08.06.2019, 18:05 Uhr

Große Sammlung Besuch im Haus der Donauschwaben – „eine Schatzkammer für Bayern“

Sylvia Stierstorfer, Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für Aussiedler und Vertriebene (2. von rechts) mit dem Landesvorsitzenden des Landesverbandes Bayern der Landsmannschaft der Donauschwaben, Hermann Schuster (ganz rechts) und den Vorstandsmitgliedern Evi Hübner, Wilma Duran und Paul Beinwinkler (von links nach rechts). (Foto: Geschäftsstelle der Beauftragten)Sylvia Stierstorfer, Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für Aussiedler und Vertriebene (2. von rechts) mit dem Landesvorsitzenden des Landesverbandes Bayern der Landsmannschaft der Donauschwaben, Hermann Schuster (ganz rechts) und den Vorstandsmitgliedern Evi Hübner, Wilma Duran und Paul Beinwinkler (von links nach rechts). (Foto: Geschäftsstelle der Beauftragten)

Am 6. Juni besuchte die Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für Aussiedler und Vertriebene, Sylvia Stierstorfer, das Haus der Donauschwaben in Haar. Begrüßt wurde sie vom Vorsitzenden des Landesverbands Bayern der Landsmannschaft der Donauschwaben, Hermann Schuster, ehedem langjähriger Bezirkstagspräsident von Oberbayern, der sie durch die Räumlichkeiten führte.

HAAR/MÜNCHEN Das Haus der Donauschwaben ist zugleich Geschäftsstelle, Museum und Begegnungsstätte und beherbergt die weltweit größte Sammlung an donauschwäbischen Trachten. Die Beauftragte zeigte sich beeindruckt von Größe, Umfang und museumspädagogischer Gestaltung der Ausstellung im Haus der Donauschwaben, vor allem aber auch davon, dass es über Jahre hinweg ohne Unterstützung und allein auf ehrenamtlicher Basis entstanden ist: „Was Sie hier geleistet haben, ist einzigartig. Das ist eine Schatzkammer für ganz Bayern“.

Neben der umfangreichen Sammlung an Trachten enthält das Museum auch Modelle donauschwäbischer Höfe, Originalgegenstände von der Flucht aus dem damaligen Jugoslawien wie einen Planwagen und einen eigens dafür gezimmerten „Fluchtkoffer“, in dem seinerzeit die wichtigsten Habseligkeiten verstaut wurden, sowie Inneneinrichtungen und Alltagsgegenstände. Flankiert wird der Rundgang durch die Ausstellungsräume von einer umfangreichen Dokumentation zur Geschichte der Donauschwaben, der Wirtschaft in ihren Siedlungsgebieten in Serbien und Kroatien, und zu den schrecklichen Umständen ihrer Vertreibung aus der Heimat, die durch Internierung hunderttausender Donauschwaben in Straflagern, Ermordungen und Hungertod geprägt war. Fast 65.000 der ursprünglich eine halbe Million Menschen umfassenden Volksgruppe verloren damals ihr Leben.

Die Beauftragte zeigte sich tief bewegt von der Ausstellung und den Erlebnisschilderungen der Vorstandsmitglieder Paul Beinwinkler, Evi Hübner und Wilma Duran. Nach dem Krieg und im Zuge späterer Aussiedlungen fanden 110.000 Donauschwaben im Freistaat eine neue Heimat – und damit mehr als im Nachbarland Baden-Württemberg. Sie haben wesentlich zum Wiederaufbau Bayerns beigetragen. Noch heute zeichneten sich die Donauschwaben, so Sylvia Stierstorfer, „durch ihren außergewöhnlichen Zusammenhalt und ihr bemerkenswertes ehrenamtliches Engagement aus, mit dem sie für Bayern eine große Bereicherung sind“. Zugleich fühlen sich die Donauschwaben weiterhin auch den noch in ihrer Heimat in der heutigen Vojvodina verbliebenen rund 8.000 Landsleuten verpflichtet und arbeiten dort eng mit dem vom Landesverband Bayern der Landsmannschaft der Donauschwaben errichteten „Haus der Versöhnung“ in Sombor zusammen.


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