04.06.2019, 23:44 Uhr

„Critical Mass goes Uni“ Demo-Fahrt zum Campus für mehr Fahrrad-Sicherheit am Galgenberg

(Foto: Mona Lindner)(Foto: Mona Lindner)

Am Dienstag, 4. Juni, fand bei bestem Wetter die Demo-Fahrt „Critical Mass goes Uni“ von der Albertstraße über den Galgenberg zu den Hochschulen statt. Die Veranstaltung war mit circa 60 Menschen gut besucht und hat die Erwartungen der Veranstalter, de, Sprecherinnen- und Sprecherrat der Uni Regensburg und der Organisation „Radentscheid Regensburg“, genau getroffen.

REGENSBURG Zu Beginn der Veranstaltung stellte Michael Achmann, einer der Initiatoren des „Radentscheids Regensburg“, selbigen und seine Ziele vor, bevor er auf die Probleme am Galgenberg einging: „Der kurze Abschnitt zwischen den Arcaden und der Alten Mälzerei ist das große Problem der Strecke. Hier ist der Berg besonders steil, während die Radfahrstreifen im Zweifel Fahrzeuge, vor allem auch die vielen Gelenkbusse, dazu animieren, ohne Sicherheitsabstand zu überholen. Morgens sind die Streifen zudem oft von stehenden Fahrzeugen blockiert, ein sicheres Überholen ist für Radlerinnen und Radler an dieser Stelle nicht ohne weiteres möglich, da der motorisierte Verkehr von hinten drängt. Wir brauchen hier eine bessere Lösung: Die Verlagerung des Radverkehrs in die Universitätsstraße könnte eine Möglichkeit sein, dazu müsste der seit 2005 im Stadtentwicklungsplan und 2012 im Radverkehrsplan genannte Steg über die Gleise als Verlängerung der Universitätsstraße in die Altstadt erfolgen. Für einen Ausbau der Galgenbergstraße wird auf fehlende Grundstücke und den Stadtbahnbau verwiesen, sollte sich der Bau aber noch 10 oder gar 20 Jahre hinziehen, wäre das aus Sicht der Radlerinnen und Radler nicht hinnehmbar. Immerhin ist die Strecke nicht nur für die circa 30.000 Studierenden relevant, sondern auch für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Uni-Klinik, der Hochschulen, BioPark, TechBase und der neu entstehenden Gewerbeflächen am TechCampus. Während die Busse auf dieser Strecke an die Grenzen ihrer Möglichkeiten stoßen, ließe sich durch einen fahrradgerechten Ausbau des Galgenbergs die Lage sicherlich entspannen. Vielleicht sind kreative Lösungen gefragt, oder auch die neuerliche Betrachtung einer alten Idee: Eine Querung der Friedensstraße mit Hilfe eines Stegs, der in einem Fahrradparkhaus bei den Arcaden enden sollte. Die Planung wurde durch den Stadtrat 2016 zu Gunsten eines Wohnungsbauprojekts an der gleichen Stelle aufgegeben, dieses bis heute nicht umgesetzt. Damit wäre zumindest für Schienenpendlerinnen und -pendler eine attraktive Verbindung geschaffen, die perfekt durch die geplanten städtischen Leihfahrräder erschlossen werden könnte.“ Schlussendlich fordert Achmann die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dazu auf, Lösungsvorschläge an die Radentscheidgruppe zu senden. Außerdem stellt er kurz das Konzept der „Critical Mass“ vor, Radfahrende die sich spontan treffen um Radfahren als Teil des Individualverkehrs sichtbarer zu machen. „Vielleicht“, so Achmann abschließend, „treffen sich ja in Zukunft öfter mal 16 oder mehr Radlerinnen und Radler an der Albertstraße und fahren dann im Verband gemeinsam den Berg hoch“.

„Für eine umweltfreundliche Verkehrswende müssen wir mehr Menschen raus aus den Autos und rauf aufs Rad bringen. Hier ist aber auch die Stadtratskoalition in der Pflicht: Wir brauchen endlich ein sicheres und durchgängiges Radverkehrsnetz in Regensburg, um Radfahren attraktiver zu machen“, kommentiert Christiane Fuchs, studentische Sprecherin der Universität Regensburg.

Neben der Kritik begrüßen die Initiatoren, dass die Stadt bereits einzelne Maßnahmen umgesetzt hat, so eine sicherer gestaltete Ampelschaltung der Arcarden-Kreuzung, die Einfärbung der Furten an der gleichen Stelle sowie die geplante Anpassung der Ampelanlage Galgenbergbrücke/Bahnhofstraße zu Gunsten der (Rad-)Verkehrssicherheit. Sie hoffen außerdem darauf, dass die Radverkehrssicherheit bereits beim Interims-ZOB und natürlich auch beim neuen ZOB von Anfang an mitgeplant wird.

Außer oben genannten Organisationen waren der AK Ökologie der Uni Regensburg, die GEW-Hochschulgruppe sowie die „Critical Mass Regensburg“ an Planung und Durchführung beteiligt.


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