31.05.2019, 08:41 Uhr

Stadt zieht Bilanz „Niemand muss in Regensburg auf der Straße übernachten!“

Doris Ebenhöch, Leiterin des Amtes für Soziales, Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer und Sabine Bach, stellvertretende Leiterin des Amtes für Soziales zogen Bilanz zum Kälteschutzprojekt. (Foto: Tobias Ehrmeier)Doris Ebenhöch, Leiterin des Amtes für Soziales, Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer und Sabine Bach, stellvertretende Leiterin des Amtes für Soziales zogen Bilanz zum Kälteschutzprojekt. (Foto: Tobias Ehrmeier)

Auch im vergangenen Winter mussten Obdachlose in der Stadt Regensburg nicht frieren. Wie schon im Vorjahr hatten sie die Möglichkeit, im Rahmen des Kälteschutzprojekts der Stadt Regensburg im Gebäude in der Wöhrdstraße 56 zu übernachten. Anfang dieser Woche zog Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer dazu Bilanz.

REGENSBURG Die Verantwortlichen der Stadt Regensburg zeigten sich bei der Präsentation der Zahlen über die gute Akzeptanz bei den Betroffenen sichtlich erfreut. So wurden die 30 zur Verfügung stehenden Schlafplätze samt gemeinschaftlich benutzbarer Küche im Winter 2018/19 von 126 Obdachlosen bei insgesamt 2.716 Übernachtungen in Anspruch genommen. Das entspricht im Vergleich zum Vorjahr einer Steigerung um fast 30 Prozent. Diese Steigerung sei laut Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer nicht auf einen Anstieg der Gesamtzahl an Obdachlosen zurückzuführen, sondern auf ein „gesteigertes Zutrauen zum Projekt“ seitens der Betroffenen.

Im Kälteschutzhaus können sich obdachlose Menschen in den Wintermonaten nachts ohne speziellen amtlichen Bescheid melden. Anschließend wird ihnen vom anwesenden Sicherheitsdienst Einlass gewährt, um dort zu kochen, zu waschen und zu übernachten. Wichtig ist zudem, dass im Gegensatz zur Unterkunft in der Taunusstraße hier auch Menschen mit Suchterkrankungen oder anderen psychischen Problemen die Nacht verbringen können.

Weiterer zentraler Punkt der Pressekonferenz war die Schaffung einer neuen ganztägig geöffneten Einrichtung für Obdachlose in der Landshuterstraße 49, die voraussichtlich ab kommendem Herbst zur Verfügung steht. Besonders stolz zeigten sich Doris Ebenhöch und Sabine Bach vom Regensburger Amt für Soziales über die verbesserte pädagogische Betreuung in der künftigen Einrichtung. Dort soll von 8 bis 20 Uhr pädagogisches Personal anwesend sein und hilfesuchende Personen unterstützen, sich selbst zu stabilisieren. Die Einrichtung ist rund um die Uhr geöffnet. Die neue Einrichtung zeichnet sich durch ein niedrigschwelliges Angebot aus. Auch Menschen unter Alkohol- oder Drogeneinfluss können in der Unterkunft aufgenommen werden.

„Dass es einen Bedarf für dieses Haus gibt, haben die Erfahrungen aus dem Kälteschutzprojekt gezeigt. Wir schließen damit eine Versorgungslücke im Obdachlosenwesen. Besonders wichtig ist mir, dass niemand auf der Straße übernachten muss, sondern eine Anlaufstelle hat, die rund um die Uhr geöffnet hat“, äußerte sich Maltz-Schwarzfischer. Insgesamt wird die Stadt Regensburg jährlich circa 1,3 Millionen Euro in den Betrieb der Einrichtung investieren. Notwendig macht diese neue Einrichtung der anstehende Abriss der bisherigen Unterkunft in der Taunusstraße. Dort wird eine Verkehrsdrehscheibe unter anderem mit Parkplätzen entstehen.

Neben der neuen Einrichtung wird zudem der Allgemeine soziale Dienst um eine Beratungsstelle zum Thema Wohnraumversorgung und -sicherung erweitert, die Menschen in Notlagen präventiv vor Wohnungslosigkeit schützen soll. Daneben wird ein Nachsorgeangebot eingerichtet werden, das helfen soll, nach Beendigung der Wohnungslosigkeit den Wohnraum auf Dauer zu sichern. „Dieses soziale und freiwillige Beratungsangebot geht Hand in Hand mit der hoheitlichen Obdachlosenunterbringung. Wir wollen mit diesem Konzept Wohnungsverluste vermeiden und Wohnraum auch für Menschen in besonderen Notlagen langfristig sicherstellen“, fasste die Bürgermeisterin die Erweiterung des Sozialen Dienstes zusammen.


0 Kommentare