22.05.2019, 12:16 Uhr

IHK-Gremium diskutiert Herausforderung für die Wirtschaft: Regensburg um 28.000 Menschen gewachsen

Das IHK-Gremium Regensburg diskutierte in der neuen Firmenzentrale des Technologie-Unternehmens Gefasoft Automatisierung und Software GmbH Regensburg über Stärken und Herausforderungen der Region. (Foto: Bayreuther)Das IHK-Gremium Regensburg diskutierte in der neuen Firmenzentrale des Technologie-Unternehmens Gefasoft Automatisierung und Software GmbH Regensburg über Stärken und Herausforderungen der Region. (Foto: Bayreuther)

In den vergangenen zehn Jahren ist die Bevölkerung in Stadt und Landkreis Regensburg um knapp 28.000 Menschen gewachsen – das ist die Größe einer mittleren Stadt. In der Region leben aktuell rund 343.000 Einwohner. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stieg sogar um rund 36.000 auf etwa 167.600. In seiner Frühjahrssitzung diskutierte das IHK-Gremium Regensburg, was die regionale Wirtschaft angesichts dieses Wachstums und der daraus entstehenden Herausforderungen braucht.

REGENSBURG Die Ergebnisse wollen die Mitglieder des IHK-Gremiums in einem Wirtschaftsleitbild formulieren. „Das Leitbild soll die Stärken und Entwicklungspotenziale des Wirtschaftsstandortes aufzeigen und als Basis für die Zusammenarbeit mit Politik und Verwaltung aus Stadt und Landkreis dienen“, sagte Gremiumsvorsitzender Peter Esser beim Gastgeber Gefasoft Automatisierung und Software GmbH direkt neben der Regensburger TechBase.

Infrastruktur hinkt hinterher. Eine der Hauptrollen in der Entwicklung der Region spielt das Thema Mobilität und Verkehrsinfrastruktur. Dass diese dem aktuellen Wachstum deutlich hinterherhinkt, erleben nicht nur die rund 76.000 Einpendler nahezu täglich. „Die Stadt Regensburg ist der Flaschenhals der regionalen Verkehrsinfrastruktur“, betonte IHK-Verkehrsexperte Manuel Lorenz. Notwendige Projekte wie der sechsspurige Ausbau der A3 seien zwar in der Umsetzung, jedoch gebe es in alle Himmelsrichtungen Handlungsbedarf – von der Generalsanierung des Pfaffensteiner Tunnels im Norden bis zum Ausbau der A93 Richtung Saalhaupt im Süden. Im innerstädtischen Bereich gilt es, die Erreichbarkeit der Altstadt für Kunden aus der Region zu sichern. Der ÖPNV allein kann das in einer Flächenregion nicht leisten. Die regionale Wirtschaft pocht hier auf eine smarte Kombination aus motorisiertem Individualverkehr, ausreichend Parkraum und ÖPNV. Es sei daher wichtig, die Bedarfe im Bereich Mobilität und Infrastruktur gemeinsam mit den Akteuren aus Stadt und Landkreis zu priorisieren.

Mit Blick auf die Kommunalwahl 2020 sollen im geplanten Leitbild wirtschaftspolitische Forderungen formuliert und die Positionierung der Wirtschaftsregion deutlich gemacht werden. Denn die regionalen Unternehmen verbinden viele branchenübergreifende Interessen und Herausforderungen. „Eine dynamische Unternehmenslandschaft mit Global Playern und innovativen Mittelständlern kombiniert mit einer sehr guten Bildungsinfrastruktur und hoher Lebensqualität prägen unsere Region. Dennoch gibt es die bekannten Hemmnisse wie den Fachkräftemangel oder beim Thema Wohnraum“, fasste Gremiumsgeschäftsführer Dr. Martin Kammerer zusammen. Luft nach oben sieht das Gremium auch in der Kommunikation zwischen Stadt und Landkreiskommunen. „Die Akteure aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung müssen mehr miteinander sprechen, unabhängig von Stadt- und Landkreisgrenzen“, ist sich Esser sicher. Nur so könne die Region Regensburg mit künftigen Entwicklungen Schritt halten.


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