20.05.2019, 08:02 Uhr

„Unfreundliches Verhalten kommt vor“ Volles Chaos am Recyclinghof – Stadt schließt den Flohmarkt

Chaos auf dem Recyclinghof ist alltäglich, denn viele Menschen wollen ihren Müll entsorgen. Aber der Flohmarkt wurde jetzt geschlossen, angeblich, weil kein Personal da ist. Foto: EcklChaos auf dem Recyclinghof ist alltäglich, denn viele Menschen wollen ihren Müll entsorgen. Aber der Flohmarkt wurde jetzt geschlossen, angeblich, weil kein Personal da ist. Foto: Eckl

Stadt schließt den Flohmarkt – aber nicht, weil es Straftaten gab

Die Stadt Regensburg hat den Flohmarkt im Recyclinghof Markomannenstraße geschlossen. Seit Wochen gibt es Schilderungen von Besuchern des Recyclinghofes, die chaotische Umstände schildern. Und auch vor Ort bestätigen Beschäftigte am Recyclinghof die Schilderungen der Bürger: „Eine Gruppe von etwa 80 Personen hat im Flohmarkt gestohlen und einfahrende Bürger bedrängt“, so ein Mitarbeiter am Recyclinghof, der aus Angst vor Konsequenzen anonym bleiben will. Die Gruppe hätte sogar einen Bandenführer, der die Diebstähle organisiert hätte. Tatsächlich sei es sogar zu Sachbeschädigungen gekommen. „Einer Autofahrerin wurde sogar die Autoscheibe eingeschlagen, doch als die Polizei kam, sagte man der: Da ist eh nichts zu holen, das lohnt sich nicht, die anzuzeigen.“

Die Stadt hat zwischenzeitlich reagiert und den Flohmarkt zugesperrt. Wir haben sowohl bei der Stadt, als auch bei der Polizei angefragt, ob die Schilderungen von Recyclinghof-Mitarbeitern und -Besuchern tatsächlich zutreffen. Bei den Behörden ist man bemüht, den Ball flach zu spielen. „Im laufenden Jahr 2019 kam es zu drei Einsätzen auf dem Gelände des Wertstoffhofs in der Markomannenstraße 3, bei denen jeweils Asylbewerbern Platzverweise ausgesprochen werden mussten“, so Tanja Nuß, Sprecherin der Polizeiinspektion Nord. „In zwei Fällen hatten sie Bürger angehalten, welche mit dem Auto zum Wertstoffhof fuhren.“ Die Asylbewerber „wollten die Sachen vor dem Entsorgen begutachten, ob denn noch etwas für sie Brauchbares dabei wäre“, so Nuß weiter. „In einem Fall blickten sie sich bei den bereits abgegebenen Dingen um und wurden hierbei von einem Mitarbeiter des Wertstoffhofs angetroffen.“ Zu Strafanzeigen sei es laut Polizei nicht gekommen, weil es sich nicht um Straftaten gehandelt hätte. „Denkbar wären hier die Tatbestände des Diebstahls, bei der Mitnahme bereits abgegebener Gegenstände. Auch eine Nötigung käme in Betracht, wenn Autofahrer an der Weiterfahrt gehindert würden.“

„Unfreundliches Verhalten gab es schon immer“

Die Stadt sagt, der Flohmarkt sei aus personellen Gründen geschlossen worden, da die Leitung des Recyclinghofs noch nicht neu besetzt sei. „Was jedoch in letzter Zeit ausgesprochen werden musste, sind drei Platzverweise, da Bürger schon vor der Einfahrt in den Werkstoffhof angehalten wurden oder sich Personen unerlaubt in bestimmen Bereichen der Wertstoffwarenannahme aufgehalten hatten“, so Stadtsprecherin Juliane von Roenne-Styra. Die Stadt verweist aber auch darauf, dass man keine pauschalen Urteile treffen dürfe: „Unfreundliches oder gestresstes Verhalten gegenüber den Mitarbeitern tritt immer mal wieder auf – unabhängig von Hautfarbe oder Herkunft.“