17.05.2019, 11:20 Uhr

Kommentar Der Autobesitzer wird zum Aussätzigen

Kurzerhand streicht die Stadt Regensburg Parkplätze, ohne aber Alternativen zu bieten. Der Autofahrer wird zunehmend zum Aussätzigen in Regensburg.Kurzerhand streicht die Stadt Regensburg Parkplätze, ohne aber Alternativen zu bieten. Der Autofahrer wird zunehmend zum Aussätzigen in Regensburg.

Jeden Tag ein neues Halteverbot: Wer derzeit als Anwohner in der Regensburger Altstadt einen Parkplatz sucht, der reibt sich oft die Augen.

REGENSBURG Von einem Tag auf den anderen streicht die Stadtverwaltung einfach ganze Bewohner-Parkplatzreihen, ohne auch nur ein Wort der Erklärung. Da sind die Parkplätze in der Glockengasse, die man eigentlich ab 18.30 Uhr bis morgens um 7 ansteuern durfte. Weg! Einfach gestrichen! Und weil permanent gebaut wird, sind tagsüber die Parkplätze mit Handwerksautos belegt. Seit vergangenen Montag hat die Stadt einfach mal mit absolutem Halteverbot eine ganze Straßenzeile für den parkenden Bewohner-Verkehr gesperrt.

Wer aktuelle Debatten mitverfolgt, der weiß: Der Autofahrer, das ist der neue Aussätzige!

Dabei sind die meisten manchmal Auto-, manchmal Radfahrer. So wie ich! Natürlich will ich mir nicht dauernd die Straße teilen müssen mit Lastwagen und Bussen. Am schlimmsten ist es beim Dachauplatz: Hier bekommt man auf dem Rad tatsächlich Todesängste. Aber ist es eine Lösung, immer nur Parkplätze zu streichen und Straßen für den Autoverkehr zu sperren? Seit Jahren schon sorgt die Politik in Regensburg dafür, dass aus der Altstadt ein Freilichtmuseum wird. In meiner Umgebung ziehen immer mehr Familien aus der Altstadt raus, auch alte Menschen haben hier längst keinen Platz mehr. Ausgetauscht wird die Anwohnerschaft mit zumeist oft wechselnden Studenten, die sich die Innenstadtlagen leisten können. Wie, das mag ich gar nicht fragen – ich vermute eine finanzstarke Elternschaft dahinter. Dass die Studenten dann im Zwei-Jahres-Takt wieder ausziehen und zu unmöglichen Zeiten ihre Balkonpartys feiern, muss man als Anwohner einfach ertragen.

Ich frage mich nur, für was man den Stadträten eigentlich als braver Steuerzahler, der ich bin, eine Aufwandsentschädigung überweist. Denn nach einem Plan sieht das Gewurstel in Sachen Altstadt zumindest nicht aus. Wenn man fragt, wie es sein kann, dass beispielsweise in der Prüfeningerstraße einfach Parkplätze gestrichen werden, ohne dass man eine Alternative schafft, der bekommt einfach nur ein Achselzucken.

Mich regt diese Planlosigkeit maßlos auf. Egal, welche Lösung man findet: Es muss endlich ein Plan gemacht werden! Für was ist die Politik denn sonst da?