09.05.2019, 09:50 Uhr

Verein Faszination Altstadt kämpft für eine erlebenswerte Regensburger Innenstadt

Ulrich Dombrowsky dankt Franziska Geser, die nach sieben Jahren aus dem Vorstand ausscheidet . (Foto: Sabrina Lehner  )Ulrich Dombrowsky dankt Franziska Geser, die nach sieben Jahren aus dem Vorstand ausscheidet . (Foto: Sabrina Lehner )

In seiner Begrüßung zur Jahreshauptversammlung des Vereins Faszination Altstadt breitete der 1. Vorstitzende Ulrich Dombrowsky eine Palette der Rahmenbedingungen aus, mit denen sich Einzelhandel in Innenstädten heute konfrontiert sieht: Kaufzurückhaltung, Konkurrenz des Internets, Kostendruck, Verkehrsprobleme, Digitalisierung und Klimaschutz.

REGENSBURG Gleichzeitig weiß er, dass es in Regensburg, mit seiner einzigartigen Altstadt, viel bessere Chancen gibt als andernorts, diese Herausforderungen zu meistern. Und er betont, dass die wirklichen Zukunftsaufgaben nur gemeinsam im Zusammenspiel aller Akteure erfolgreich gemeistert werden können. Während in Freiburg, einer vergleichbaren Stadt, in diesen Tagen wegen extrem rückläufiger Umsätze eine Vereinigung der Altstadthändler erst aus der Taufe gehoben werden müsse, sei Faszination Altstadt Regensburg in diesem Jahr bereits im zwanzigsten Jahr seiner vielfältigen Aktivitäten und Engagements. Man sei auf einem guten Weg, den es fortzusetzen gilt.

Ausblick mit Perspektiven

Dass der Blick nur in die Zukunft gerichtet ist, zeigen die beiden Projekte, mit denen sich die Teilnehmer vertraut machten: Andreas Plank vom Bayernhafen stellte ELSA vor, das Elektrische Lieferwagen-Sharing Angebot für die Altstadt. In zwei Parkhäusern steht je ein E-Kleintransporter für gelegentliche oder regelmäßige Lieferfahrten der Händler bereit – kostengünstig und bequem zu buchen über die EARL-App. Ziel ist, die Zahl der notwenigen Fahrzeuge in der Altstadt zu reduzieren und gleichzeitig Fahrten auf der „letzten Meile“ emissionsfrei zu gestalten.

Mit dem Umsatzmonitoring für die Altstadt brachte Matthias Segerer von der Industrie- und Handelskammer ein Werkzeug mit, das es dem Altstadthandel ermöglicht, künftig Kundenströme und ihre Verlagerung mit Hilfe eines anonymisierten Umsatzvergleichs zeitnah nachzuvollziehen. Fundierte Grundlagen für die Unternehmensplanung und die Einschätzung von Geschäftslagen stehen damit erstmals zur Verfügung.

Eine Daueraufgabe bleibt es, die Vorzüge der Altstadt in der Online-Welt sichtbar zu machen, um auch die Generation der „Digital Natives“ zu erreichen, betont Ingo Saar. Dabei arbeitet der Geschäftsführer von Faszination Altstadt mit jungen Leuten zusammen, die in dieser Lebenswelt zuhause sind und wissen, wie der Hase da läuft“.

Gemeinsam Chancen entwickeln

Als das große Zukunftsthema der kommenden Jahre wurde der Verkehr identifiziert und mit folgender Frage auf den Punkt gebracht: Wie sollen die knappen Verkehrsflächen verteilt werden um Bewohnern, Gästen und Kunden der Altstadt gerecht zu werden? Die Vision einer vom Individualverkehr weitgehend befreiten Altstadt scheint unumstritten. Auf dem Weg dorthin werden aber noch viele Diskussionen geführt und offene Fragen geklärt werden müssen. So wies Matthias Segerer auf den außergewöhnlich hohen Anteil von Pendlern und Kunden aus der Region hin, die täglich ihr Auto brauchen, weil eine engmaschige Nahverkehrsanbindung fehlt. Einer rückwärtsgewandten, einseitig Automobil orientierten Verkehrspolitik erteilte der Vorstand von Faszination Altstadt indes eine klare Absage und erhielt dafür die volle Rückendeckung der Versammlung: Neben Ulrich Dombrowsky wurden Guido Hermann als Stellvertreter sowie Berthold Zacharias, Heike Andres, Heiko Rehorik und Christoph Wacht einstimmig wiedergewählt. Dombrowsky dankte Franziska Geser, die nicht mehr kandidierte, für sieben Jahre engagierte Vorstandsarbeit.


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