12.04.2019, 13:35 Uhr

Leitlinien diskutiert IHK-Vollversammlung fordert „sinnvolle Grundsteuer“ und positioniert sich für Europa

Wolfgang Gropengießer (rechts) erläuterte Mitgliedern der Vollversammlung und IHK Präsidenten Michael Matt die Erfolgsgeschichte der IGZ GmbH. (Foto: Burdack)Wolfgang Gropengießer (rechts) erläuterte Mitgliedern der Vollversammlung und IHK Präsidenten Michael Matt die Erfolgsgeschichte der IGZ GmbH. (Foto: Burdack)

Mehr als 85.0000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, 7,5 Milliarden Euro Bruttoinlandsprodukt, eine Arbeitslosenquote von historisch niedrigen 3,5 Prozent: „Die nördliche Oberpfalz ist ein ökonomisches Schwergewicht“, begrüßte Bernd Fürbringer, der Vorsitzende des IHK-Gremiums Nordoberpfalz die Mitglieder der Vollversammlung der IHK Regensburg für Oberpfalz/Kelheim am Donnerstag, 11. April, zu ihrer Sitzung am Fuße der Burg Falkenberg im Landkreis Tirschenreuth.

FALKENBERG/LANDKREIS TIRSCHENREUTH „Gemeinsam stark“ lautet das Leitmotiv, das die Wirtschaft in der nördlichen Oberpfalz in einem Leitbild erarbeitet hat. Es soll der Politik den Stellenwert sowie die Dynamik der hiesigen Unternehmen aufzeigen. Zuvor konnten sich die Unternehmerinnen und Unternehmer der Vollversammlung bei einer Führung durch die Falkenberger IGZ GmbH von der Innovationskraft der dortigen Wirtschaft überzeugen. Über 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entwickeln bei IGZ SAP-Lösungen für Lager-, Produktions- und Transportlogistik sowie Automation. „Ein Musterbetrieb mit beeindruckender Entwicklung“, würdigte IHK-Präsident Michael Matt die beiden Geschäftsführer Wolfgang Gropengießer und Johann Zrenner. Im Namen der IHK überreichte er Ihnen eine Urkunde zum 20-jährigen Betriebsjubiläum.

Für eine praktikable Grundsteuer

Bei der Grundsteuer-Reform stellt sich die IHK-Vollversammlung hinter die Forderungen des Freistaats Bayern für ein so genanntes wertunabhängiges Modell. „Die Grundsteuer ist eine der ältesten Steuerarten in Europa und mit 15 Milliarden Euro pro Jahr für die Kommunen von großer Bedeutung“, erläuterte Karl Spangler, Vorsitzender des IHK-Steuerausschusses. Bis 2024 muss die Grundsteuer reformiert werden, urteilte das Bundesverfassungsgericht im vergangenen Jahr. Zwei Modelle stehen im Raum. Ein wertunabhängiges und ein wertabhängiges Modell. Bei Letzterem müssten 36 Millionen Immobilien-Einheiten neu bewertet werden. Spangler hält das schlicht für unmöglich. Die Wertentwicklung auf der Basis von Lage, Fläche, Bodenrichtwert, Nutzungsart oder Baujahr sei mitunter schwer zu erfassen, wie er am Beispiel einer seit Jahrzehnten gewachsenen Industriefläche vor Augen führte. „Alles andere als ein wertunabhängiges Modell bei der Gewerbesteuer ist realitätsfern und verursacht enorme Bürokratiekosten“, urteilte IHK-Präsident Matt.

Leitlinien für Europa und die IHK-Arbeit

Anhand der Diskussion um die Grundsteuer führte Spangler vor Augen, wie die IHK-Organisation die Interessen der heimischen Unternehmen im Bund vertritt. „Die IHKs zeigen Lösungswege auf und sind für Politik und Ministerien wichtige Gesprächspartner“, sagte Michael Matt zum Wirken der Organisation. Diskutiert haben die Mitglieder der Vollversammlung auch über verschiedene Aspekte eines Entwurfs der bayerischen IHKs zu klimaschutzpolitischen Positionen. Das Papier wurde zur weiteren Befassung in die Fachausschüsse der IHK zurückverwiesen.

Weil auf EU-Ebene viele für die Unternehmen relevante Entscheidungen fallen, soll auch dort die Stimme der heimischen Wirtschaft vertreten sein. Deshalb hat die Vollversammlung bei ihrer Sitzung in Falkenberg die Europapolitischen Positionen der IHKs verabschiedet, die von Steuerpolitik bis Internationalisierung die Forderungen der Wirtschaft aufzeigen.

Welche Schwerpunkte die IHK Regensburg in den nächsten Jahren setzen soll, haben Unternehmerinnen und Unternehmer aus der Vollversammlung und den Gremien in einem Workshop im letzten Herbst erarbeitet. Standortexpertin Sibylle Aumer stellte die Ergebnisse vor. Von vorausschauender Flächenpolitik über die Stärkung des europäischen Wirtschaftsraums und den bedarfsgerechten Netzausbau, der Ausweitung qualifizierter Zuwanderung bis hin zur Unterstützung von CSR als Managementansatz gehen die Themen. „Gerade die Fachkräftesicherung und die Digitalisierung werden wichtige Aufgaben der IHK-Arbeit in den nächsten Jahren bleiben“, resümierte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Helmes.


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