16.03.2019, 09:20 Uhr

Mitarbeiter wundern sich Osram baut trotz Stellenstreichungen weitere Büroräume


Mitarbeiter wundern sich über die Baukräne, doch ein Osram-Sprecher sagt, das sei nachvollziehbar.

REGENSBURG Die Nachricht schlug in Regensburg ein wie eine Bombe. Denn bislang galt der LED-Produzent Osram Semiconductor als Jobmotor und Innovationsmotor am Standort. Mitte Februar wurde bekannt, dass allein am Standort Regensburg insgesamt 500 Stellen wegfallen sollen – 300 Feste und 200 Zeitarbeiter sind von den Einsparungen betroffen.

Kein Wunder, dass sich in der Belegschaft einiger Unmut regt. „Osram Regensburg: Stellenabbau – aber für den Wasserkopf Büros bauen“, schreibt ein Osram-Mitarbeiter an das Wochenblatt. Und schickt Bilder mit, die zeigen, wie am Standort Regensburg tatsächlich gebaut wird.

Aber wie kann das sein? Wir haben nachgefragt – und bei Osram eine überraschende Antwort erhalten. „Seit die Erweiterung der Produktion in Regensburg geplant wurde, ist die Zahl der OS-Mitarbeiter in Regensburg um rund 800 auf aktuell mehr als 2.800 Mitarbeiter gestiegen. Jetzt wird diese Zahl um etwa zehn Prozent sinken“, sagte Simon Thaler, Standortsprecher bei Osram, auf Anfrage. Damit bestätigte Thaler den Stellenabbau nochmals. „Aufgrund der jüngsten Wachstumsabschwächung in den Segmenten Automotive und Allgemeinbeleuchtung, die bis vor kurzem nicht absehbar war und im vergangenen Geschäftsjahr zu zwei Gewinnwarnungen geführt hat, haben wir die Kapazitäten in unserem LED-Geschäft zu optimistisch ausgebaut“, so Thaler weiter. „Über Freiwilligenprogramme wollen wir diesen Überhang nun ausgleichen, zumal unsere Wettbewerber ihre Kostenpositionen zwischenzeitlich verbessert haben.“ Darauf müsse Osram reagieren, um langfristig am Markt wettbewerbsfähige Produkte anbieten zu können. „Es geht also um mittel- und langfristig wirkende strukturelle Verbesserungen, nicht um kurzfristige Sparmaßnahmen wegen einer temporären Umsatzschwäche“, so Thaler.

Doch warum wird dann gebaut, wenn gleichzeitig Stellen abgebaut werden? Die Erklärung lautet so: „Die von Ihnen angesprochene Erweiterung der Büroflächen ist eine vom Freiwilligenprogramm unabhängige und gleichzeitig notwendige Maßnahme, einen gewissen Engpass an Büroflächen am Standort Regensburg mittelfristig auszugleichen“, so Thaler. „Aktuell haben wir an mehreren Standorten in der Region externe Flächen angemietet. Unser Standort in Burgweinting war bisher nicht in dem erforderlichen Maße mitgewachsen, um den Mitarbeiteraufbau der vergangenen Jahre aufnehmen zu können.“

Für die Osram-Mitarbeiter, die um ihre Stellen fürchten, ist das indes nur ein geringer Trost.