14.03.2019, 13:47 Uhr

Die Donau ist an vielen stellen „verlandet“ – jetzt wird ausgebaggert!

Die Donau. Foto: ceDie Donau. Foto: ce

Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Regensburg lässt seit Anfang März das Bacher Altwasser zwischen Bach a.d. Donau, Landkreis Regensburg und der Donau freibaggern.

REGENSBURG Die Arbeiten sollen im September 2019 abgeschlossen werden. In einem zweiten Schritt werden aus dem angrenzenden „Nebelloch“ und dem „Gierster Tümpel“ ebenfalls Schlamm und Sedimente entnommen, insgesamt 23.000 Kubikmeter auf zwei Kilometer Länge. Außerdem werden die Ufer naturnah gestaltet.

Die Gewässer sind so stark verlandet, dass sie die Funktion als Rückhalteraum bei starkem Regen nicht mehr voll erfüllen. Von der Entlandung, wie sie im Fachjargon heißt, profitieren auch die Fische, die in Zukunft wieder einen deutlich größeren Lebensraum haben. Den Auftrag hat die Firma Sülzle Klein GmbH aus Rheinland-Pfalz bekommen. Sie setzt eine weltweit einzigartige, mobile Anlage ein, die sich besonders eignet um Arbeiten in Naturschutzgebieten und anderen sensiblen Bereichen durchzuführen. In einem aufwändigen Prozess werden etwa 17.000 Kubikmeter Schlamm aus dem Bacher Altwasser entfernt. Über eine Schneid-schnecke, die langsam am Boden rotiert wird mit einem Amphibienfahrzeug das Material aufgenommen und ihn über Schlauchleitungen zu einer Schlammaufbereitungsanlage transportiert, wo er gepresst wird. Zum Teil wird der Schlamm anschließend mit einem Sand-Kies-Gemisch aufgebessert und wieder verwendet: Das Ufer im nördlichen Bereich des Bacher Altwasser wird mit einer technischbiologischen Ufersicherung, einem sogenannten Buschkistenverbau, ähnlich wie an den deutschen Küsten stabilisiert, und mit dem aufbereiteten Material verfüllt.

Besonderes Augenmerk liegt bei den Arbeiten auf geschützten und streng geschützten Arten wie dem Biber und der Gelben Teichrose. Die Arbeiten am Bacher Altwasser sollen bis Anfang September 2019 abgeschlossen sein. Im Anschluss werden in den als Biotop kartierten Gewässern „Nebelloch“ und „Gierster Tümpel“ mit der gleichen Methode etwa. 6.000 Kubikmeter Schlamm entnommen, um den Abfluss zum Schöpfwerk Demling sicherzustellen. Die Arbeiten in diesem hoch sensiblen Bereich erfolgen mit einem möglichst kleinen Eingriff in der vegetationsfreien Zeit ab Oktober. Die Arbeiten im „Nebelloch“ und im „Gierster Tümpel“ sollen bis Ende November 2019 abgeschlossen werden.


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