05.03.2019, 09:13 Uhr

Depperte Debatten Die Empörungswelle über Intersex-Toiletten rollt – warum ich vor Frauen am Herrenklo flüchte

Vorsicht, Spaß befreite Zone auf der Toilette! F.: 123rf.com  (Foto: 123rf.com)Vorsicht, Spaß befreite Zone auf der Toilette! F.: 123rf.com (Foto: 123rf.com)

Die Empörungswelle rollt, fast das gesamte Kommentariat der Bundesrepublik findet eine Büttenrede der CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer unterirdisch. Dabei gibt es im Land andere Probeme als eine dritte Toilette – sexuelle Belästigung von Männern durch verirrte Damen beispielsweise.

Morgen ist Aschermittwoch und hinter uns liegt wohl eine der bescheuertsten Faschingszeiten, die das Land je erlebt hat. Grund ist die Aussage der CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer, über die nun die ganze Republik diskutiert. „Wer war denn von Euch vor Kurzem mal in Berlin? Da seht ihr doch die Latte-Macchiato-Fraktion, die die Toiletten für das dritte Geschlecht einführen“, sagte Kramp-Karrenbauer bei einem satirischen Auftritt am Donnerstag, verkleidet als Putzfrau. „Das ist für die Männer, die noch nicht wissen, ob sie noch stehen dürfen beim Pinkeln oder noch sitzen müssen. Dafür, dazwischen, ist diese Toilette.“

Baff!

Die Empörungswelle rollt durchs Land, die Grünen sehen das Dritte Geschlecht verunglimpft. Ach, wirklich? Über was darf man denn dann noch Witze machen? Klar, Trump geht immer! Der US-Präsident, immerhin gewählt, ist ein dicker, unappetitlicher weißer Mann. Oder die Kirche! Klar, Bischöfe beleidigen und pauschal alle Priester zu Kinderschändern machen, solche „Scherze“ sind erlaubt. Aber wehe, man beleidigt die Latte-Macchiato-Fraktion aus Berlin.

Kürzlich habe ich mich am Rande einer Faschings-Veranstaltung aufgehalten und kam in die wirklich unerfreuliche Situation, eine Herrentoilette aufsuchen zu müssen. Was ich da erlebte, grenzte an sexuelle Belästigung. Zunächst einmal war ich mir gar nicht sicher, ob es tatsächlich das Herrenklo war! Draußen stand nämlich eine Reihe von ziemlich angetrunkenen, teils grotesk, aber auch freizügig verkleideten Damen. Die hatten nicht nur einen im Seier, sie hatten auch keine Lust darauf, in der völlig überfüllten Damentoilette anzustehen. Jeglicher Männer-Protest wurde abgewürgt mit dem Satz: „Hey, Du bist doch Manns genug, vor uns Damen zu pinkeln!“ Nun, was soll man da sagen? Wäre ich als Mann auf einer Faschings-Veranstaltung ins Damenklo gelaufen, mich hätte am Ende wohl die Polizei abgeführt. Aber so ist das bei uns: Wer oder was schützenswert ist, bestimmt einzig die Latte-Macchiato-Fraktion.