04.03.2019, 08:10 Uhr

Kommunalwahl Donaustaufs CSU stellt Bürgermeister-Kandidaten auf – Weigert winkt ab

Wolfgang Weigert mit CSU-Kandidat Christian Blüml. (Foto: CSU Donaustauf)Wolfgang Weigert mit CSU-Kandidat Christian Blüml. (Foto: CSU Donaustauf)

Der zweite Bürgermeister des Markts Donaustauf, Wolfgang Weigert, wird bald Vater – eine Kandidatur um das Bürgermeisteramt im kommenden Frühjahr stand für ihn deshalb nicht zur Debatte. Ein anderer Kandidat kam zum Zug.

DONAUSTAUF In knapp einem Jahr, am 15.03.2020, wird in Donaustauf ein neuer Bürgermeister samt Gemeinderat gewählt. Diese Wahl wirft bereits jetzt ihre Schatten voraus: Am vergangen Freitag legte die CSU Donaustauf-Sulzbach in ihrer Jahreshauptversammlung den Bürgermeisterkandidaten für die nächste Wahl fest. Von vielen war erwartet worden, dass 2. Bürgermeister und Ortsvorsitzender Wolfgang Weigert diese Aufgabe übernimmt und nach 2014 auch 2020 die Liste anführt, doch der winkte für diese Wahl ab: „Ich werde voraussichtlich Ende April zum ersten Mal Vater, daher möchte ich in den nächsten Jahren mehr Zeit meiner kleinen Familie widmen.“ Einen Rückzug aus der Politik vollzieht Weigert aber nicht, er will sich weiter engagieren und wurde auch für zwei Jahre wieder zum Vorsitzenden des Ortsverbandes gewählt.

Für die CSU, so Ortsvorsitzender Weigert, wolle man einen möglichst erfolgsversprechenden Kandidaten ins Rennen schicken. Die hierzu laufenden Gespräche verdichteten sich in den letzten Wochen auf einen Namen: Christian Blüml, Gastwirt des Historischen Armenspitals. Ein aus Sicht Weigerts optimaler Kandidat: „Christian Blüml ist ein erfahrener, erfolgreicher, gut vernetzter Unternehmer und als gebürtiger Donaustaufer, der seinen Lebensmittelpunkt wieder in der Donau-Marktgemeinde hat, nah dran an den Sorgen der Bürgerinnen und Bürger.“

Blüml, 60 Jahre alt, wuchs in Donaustauf als Sohn der Hausmeisterfamilie der Schule auf. Nach dem Hauptschulabschluss und einer Lehre als Werkzeugmacher war er elf Jahre in der Entwicklung von Brauereitechnikanlagen bei der Krones AG beschäftigt. Nach einer erneuten Lehre als Büroinformationselektroniker 1992 gründete er ein Unternehmen für Bürotechnik und betrieb dies bis zum Verkauf 2018 an einen Partner. In Donaustauf wurde Blüml bekannt, als er das ehemals gemeindliche „Armenhaus“ am Fuße der St. Salvatorkirche in Eigenregie sanierte und seitdem zusammen mit seiner Familie mit Leidenschaft das „Historische Armenspital“ betreibt. In seiner Freizeit war Blüml mehr als 30 Jahre erfolgreich als Fußballtrainer in verschiedenen Vereinen aktiv und führte u.a. den SV Sulzbach durch einen Aufstieg in die Kreisliga. Der passionierte Jäger ist bereits seit 24 Jahren Pächter des Jagdreviers Altenthann und engagiert sich als Prüfer in der Jagdausbildung sowie als Hegeringleiter.

„Ich möchte, dass sich in Donaustauf wieder etwas bewegt“, so der umtriebige Unternehmer. In den vergangen zehn Jahren sei viel geredet und geplant, aber wenig umgesetzt worden, viele Potentiale seien aus seiner Sicht ungenutzt. „Im vergangen Wahlkampf hat Bürgermeister Sommer der Bevölkerung eine Schul-Revolution versprochen, aber er hat es nicht einmal geschafft, den Kindern ein bedarfsgerechtes Grundschulgebäude bereitzustellen. Die Planungen für einen Neubau kommen mindestens fünf Jahre zu spät, die Mittagsbetreuung ist seit geraumer Zeit provisorisch im Keller der Grundschule untergebracht und von einem Angebot wie in vergleichbaren Nachbargemeinden sei Donaustauf meilenweit entfernt. Blüml will sich für einen Neubau einsetzen, der möglichst zügig fertiggestellt wird. Darüber hinaus ist es ihm wichtig, dass sich nicht nur bei Krippen, Kindergärten und Schulen etwas bewegt: „Wir brauchen dringend Betreuungseinrichtungen für ältere Menschen! Ein geeignetes Grundstück dafür in der Bayerwaldstraße ist bereits im Eigentum der Gemeinde, aber bis auf unerfüllte Versprechen ist in dieser wichtigen Sache bis dato nichts passiert.“ Blüml stellt sich eine Tagespflegestation mit Betreutem Wohnen und Pflegedienst vor. „So könnten die Donaustauferinnen und Donaustaufer, die nicht mehr in ihrem eigenen Haus wohnen können, in ihrem gewohnten sozialen Umfeld bleiben.“ Auch gegen die hohen Immobilienpreise will Blüml ankämpfen, jedoch nicht – wie Bürgermeister Sommer – mit der Hilfe von Bauträgern, sondern durch die Gemeinde selbst: „Es darf nicht sein, dass die Gewinnerwartungen der Bauträger dazu führen, dass Bauen in Donaustauf unerschwinglich wird, auch müssen wir als Gemeinde Wohnungen bauen, nur so können wir dauerhaft eine gesunde gesellschaftliche Mischung für Donaustauf gewährleisten.“ Blüml sieht hier die Potentiale für gemeindlichen Wohnungsbau in der Bayerwaldstraße, aber auch im Gemeindehaus in der Ludwigstraße.

Bis dato war Blüml nicht kommunalpolitisch engagiert, dies sieht er jedoch nicht als Hindernis: „Ich habe durch meine unternehmerische Erfahrung in verschiedensten Bereichen genügend Know-How, so dass ich dieses Amt bestens ausfüllen kann“. Nach einer einnehmenden Vorstellung wählten die Donaustaufer und Sulzbacher CSU-Mitglieder Christian Blüml zum Bürgermeisterkandidaten. Die Listenaufstellung ist bei der CSU seit Wochen voll im Gange. Eine Reihe von Zusagen zur Kandidatur gebe es bereits, so Ortsvorsitzender Wolfgang Weigert, für engagierte Kandidaten – auch ohne Parteiausweis – stehen die Türen der CSU weit offen.


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