20.02.2019, 07:52 Uhr

Dunkelziffer viel höher Die meisten ohne Pass – 26.448 illegale Einreisen nach Deutschland in 2018

Bilder eines Flüchtlingsbusses im August 2015. Foto: Eckl (Foto: Eckl)Bilder eines Flüchtlingsbusses im August 2015. Foto: Eckl (Foto: Eckl)

Die Bundespolizei hat im vergangenen Jahr 26.448 illegale Grenzübertritte verzeichnet. Die Behörde verweist allerdings auf eine hohe Dunkelziffer, da nach wie vor keine vollständige Grenzkontrolle durchgeführt wird.

REGENSBURG Auch Zurückweisungen gab es: So hinderte die Bundespolizei nach eigenen Angaben 12.079 Personen daran, in die Bundesrepublik einzureisen.

„Wir verweisen darauf, dass Grenzkontrollen nur an den Grenzübergängen der Flug- und Seehäfen mit Reiseverkehr aus Drittstaaten außerhalb des Schengenraums durchgeführt werden“, sagte eine Sprecherin der Bundespolizei auf Anfrage des Wochenblatts. „Zudem sind gegenwärtig nur an der deutsch-österreichischen Landgrenze Grenzkontrollen vorübergehend wieder eingeführt, so dass die Zahlenangaben nur eine Teilmenge der illegalen Migration nach Deutschland reflektieren“, so die Sprecherin weiter.

Nach wie vor scheint es ein Hindernis für Migranten zu sein, an der Grenze einen Pass vorzuzeigen. Insgesamt hatten 42.478 Personen versucht, illegal einzureisen nach Deutschland, davon hatten knapp 24.000 keine Reisedokumente. Etwa 17.000 Personen wurden trotzdem nach Deutschland gelassen, etwa weil es keinen Nachweis dafür gab, dass sie bereits in anderen EU-Staaten einen Asylantrag gestellt hatten.

Haupt-Einreiseroute ist nach wie vor Österreich: Hier hatten knapp 11.500 Menschen versucht, 2018 in die Bundesrepublik einzureisen. An zweiter Stelle stehen die Flughäfen: Hier verzeichnete die Bundespolizei etwa 10.300 illegale Einreisen und Versuche.

Zwischenzeitlich hat die größte Gruppe von Einreisenden übrigens nicht mehr der syrischen Staatsangehörigkeit. Hier verzeichnete die Bundespolizei lediglich 1.200 Personen im vergangenen Jahr. Vielmehr stellen die Afghanen mit 2.250 Einreisenden die größte Gruppe der illegalen Migranten nach Deutschland dar, gefolgt von Nigeria mit 1.700 Personen, dem Irak mit 1.440 Personen und der Ukraine mit 1.244 Personen. Interessant ist das auch deshalb, weil Deutschland nach einem negativen Asylverfahren zwischenzeitlich wieder nach Afghanistan abschiebt. Die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Claudia Roth (Grüne) hatte dies kürzlich als menschenrechtswidrig bezeichnet.

Illegale Einreise ist ein Straftatbestand. Doch die bayerischen Gerichte, die zumeist für die Einreisenden zuständig sind, stellen die meisten Fälle wegen Geringfügigkeit ein.