24.01.2019, 17:02 Uhr

IG Metall sieht „Managementfehler“ Drohender Stellenabbau bei Osram – Gewerkschaft will „möglichst viele Arbeitsplätze“ erhalten

Osram-Standort in Regensburg. (Foto: Tobias Büttner - Photo Studio B)Osram-Standort in Regensburg. (Foto: Tobias Büttner - Photo Studio B)

Bei Osram OS sollen Hunderte von Arbeitsplätze abgebaut werden. IG Metall und Betriebsrat stehen aktuell in Verhandlungen, um möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten.

REGENSBURG „Falsche Markteinschätzungen und nicht abgesicherte Produktentwicklungen des Managements haben das Unternehmen in schwieriges Fahrwasser gebracht“, kritisiert die IG Metall und teilt die Enttäuschung und Wut der Belegschaft, die dafür nun die Zeche zahlen soll.

„Bei aller verständlichen Kritik geht es jetzt darum, möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten“, sagt Olga Redda, 2. Bevollmächtigte der IG Metall Regensburg und zuständig für Osram. Die IG Metall hat die Verhandlungen mit dem Unternehmen bereits aufgenommen und erste Erfolge erzielt. So wird die Wahloption „Zeit statt Geld“ aus dem letzten Tarifabschluss auf die gesamte Belegschaft ausgedehnt und bestehende 40-Stunden-Verträge auf 35-Stunden zurückgeführt. Das sichert circa. 150 Arbeitsplätze.

Auch das Freiwilligenprogramm, in dessen Rahmen Beschäftigte mit Abfindung ausscheiden können, findet die Zustimmung von Betriebsrat und IG Metall. „Auch wenn uns der Wegfall jedes einzelnen Kollegen im Rahmen des Freiwilligenprogramms schmerzt, geht es uns um die Vermeidung betriebsbedingter Kündigungen“, stellt die Betriebsratsvorsitzende Irene Weininger fest. Weitere Maßnahmen wie zum Beispiel die Ausweitung der Altersteilzeit, die Absenkung der Arbeitszeit oder die Einführung von Kurzarbeit sind Forderungen von Betriebsrat und IG Metall.

Keine übereilten Entscheidungen

„Wir prüfen ausgiebig die Situation, die wirtschaftlichen Rahmendaten und alle Prognosen, um in den Verhandlungen eine solide Datenlage zu haben. Nur so können wir kluge Entscheidungen im Sinne der Beschäftigten treffen“, meint Olga Redda. „Schließlich werden wir nicht zulassen, dass die Kolleginnen und Kollegen für die Fehler des Managements mit ihren Arbeitsplätzen zahlen müssen!“

Unternehmen hatte investiert

Noch im Herbst 2017 hatte Osram über den Ausbau am Standort Regensburg berichtet, dieser ist mittlerweile fertiggestellt.