16.11.2018, 08:50 Uhr

Diesel und Feinstaub Sind unsere Politiker nicht besser als Trump?

Die meisten belasteten Straßen (rot) liegen außerhalb der Umweltzone. (Foto: Stadt Regensburg)Die meisten belasteten Straßen (rot) liegen außerhalb der Umweltzone. (Foto: Stadt Regensburg)

In Regensburg gibt es eine Umweltzone, jetzt diskutiert der Stadtrat, wie es mit den Diesel-Grenzwerten weitergeht und was die Stadt tun kann. Dabei fällt auf: Fast alle Problem-Straßen mit hoher Belastung liegen gar nicht in der Umweltzone. Ein weiteres Beispiel für Fake-Politik?

REGENSBURG Das Wort Fake-News ist ja in aller Munde. Der amerikanische Präsident Donald Trump hat es zusammen mit „Alternativen Fakten“ und allerlei anderen hämischen Unsinn etabliert. Aber wenn man manche Debatten betrachtet, dann mag man nicht das Wort Fake-News bemühen – sondern von Fake-Politik sprechen. Beispiel: Alles, was so rund um das Thema Feinstaub und Diesel-Verbote behauptet wird. Regensburg ist da ein prächtiges Beispiel. Während es niemanden juckt, dass entlang der Donau Kolonnen von Donauschiffen ihre Dieselstinker laufen lassen, weil das eine Bundesstraße ist, haben wir hier in Regensburg ja eine Umweltzone. Am kommenden Donnerstag beschäftigt sich der Stadtrat aber nun mit einem anderen Thema: Diesel-Fahrverbote sind in aller Munde.

Wie sieht es in Regensburg aus? Nun, auch wir haben einige Straßen, da leuchtet die Karte der städtischen Luftüberwacher knallrot. Dazu gehört beispielsweise die Martin-Luther-Straße, dort, wo sich jeden Tag die Autos an der immer schlechter befahrbaren Altstadt durchschlängeln. Allerdings: Eine Umweltzone suchen sie dort – vergebens. Die hat man nämlich nur innerhalb des Alleengürtels gemacht. Und, man lese und staune: Die wenigsten rot markierten Straßen, auf denen es zu Grenzwertüberschreitungen in Sachen Diesel-Abgasen kam, liegen innerhalb der Umweltzone. Ich vermute: Hier sind es nicht Fake-News, sondern es handelt sich um einen klaren Fall von Fake-Politik, wie wir ihn ja von Donald Trump schon gut kennen. Übrigens sind es ja häufig gerade jene, die moralisch den Zeigefinger heben, die sich schöne SUVs kaufen. Der Marktanteil ist mittlerweile auf 24 Prozent gestiegen. Kann ja jeder machen, was er will – aber beschweren darf man sich dann auch nicht, wenn man mit seinem SUV in die Stadt ziehen will.

Dass BMW und Audi zwischenzeitlich Gewinneinbrüche vermelden, wundert mich ja auch nicht: Wir haben jetzt so lange auf deutschen Autos rumgetrampelt, dass sie eben keiner mehr kaufen will. Mein Fazit: Nur die dümmsten Kälber suchen sich ihre Metzger eben selber ...