07.11.2018, 13:49 Uhr

Kommentar Vergewaltigung von Freiburg – wo sind die Aktivistinnen von „metoo“ denn hin?

Der Fall von Freiburg, bei dem ein Asylbewerber und sieben weitere Männer ein junges Mädchen vergewaltigt haben sollen, erschüttert. Doch erschütternd ist auch, dass die Feministinnen und #metoo-Aktivistinnen schweigen zu dem, was bisher undenkbar schien. Ein Kommentar.

REGENSBURG Mein Urgroßvater kam im KZ um, weil er im Wirtshaus von Altenthann Hitler ein Arschloch nannte. Mein Uronkel war Michael Lottner, der pensionierte Polizist, den Nazis am 23. April 1945 ermordeten, weil er sagte: „Hört ihm halt zu, was er sagen will“. Es war Domprediger Johann Maier, den die irren Nazis aufknüpften und dem Lottner zuhören wollte. 70 Jahre später musste ich mich selbst immer wieder als Nazi beschimpfen lassen, weil ich die unkontrollierte und in Teilen gesetzwidrige Zuwanderung im Herbst 2015 von Anfang an kritisch sah. Nun, zugegeben: Deutschland steht noch, meine Kritik von damals war nicht in allen Punkten richtig.

Aber das, was jetzt in Freiburg passiert ist, macht mich nicht nur fassungslos. Ich frage mich: Was muss noch geschehen, damit wir aufwachen? Kein Zweifel: Es gibt auch deutsche Männer, die Frauen vergewaltigen und das ist schändlich. Auch keine Frage: Der überwiegende Teil der Menschen, die bei uns Zuflucht fanden, tut niemandem etwas. Das sind rechtschaffene Leute. Aber einen Fall wie diesen kannte ich bis dato nur aus den Nachrichten aus fernen Ländern. Ein junges Mädchen bekommt eine Ecstasy-Tablette von einem Syrer, der per Haftbefehl gesucht wird. Er bringt sie vor die Tür der Disko, legt sie in ein Waldstück, vergewaltig sie. Dann geht er in die Disko, holt mindestens sieben weitere Männer – und was tun die? Die vergewaltigen die junge Frau! Nacheinander!

Ich bin fassungslos von solcher Grausamkeit, es ist einfach nur abstoßend und widerlich.

Fassungslos macht mich aber auch, dass all die Verteidiger der Frauenrechte – schweigen! Wo ist Claudia Roth, die sich so selbstlos starkmacht für das Recht der Frauen, Kopftücher zu tragen? Wo sind die #metoo-Anklägerinnen, die Marterpfahle aufstellen, wenn ein beschwipster Schwerenöter namens Rainer Brüderle einer Journalistin zu tief in den Ausschnitt guckt und Altherrenwitze an der Bar verzapft?

Wehret den Anfängen, heißt es so oft in diesen Tagen. Das stimmt. Nicht glatzköpfige Vollidioten dürfen in diesem Land den Diskurs bestimmen. Die ekligen Szenen aus Chemnitz sind ein Anfang, dem wir uns entgegenstellen müssen. Aber vergewaltigende Männerhorden sind mehr als nur ein Anfang. Sie sind Ausdruck einer Verrohung, die mir ebenso Angst macht, wie meinem Uronkel die braune Meute, die ihn meuchelte. Ich wehre mich wie mein Urgroßvater, der Hitler ein Arschloch nannte. Ich sage, wenn es wirklich so war, wie die Polizei vermutet: härteste Haftstrafen – und dann ab in ihr Heimatland mit den Vergewaltigern von Freiburg!

Wer das fordert, ist kein Nazi. Er benutzt nur seinen Verstand!