05.11.2018, 16:00 Uhr

Netzwerktreffen im Landratsamt Nachbarschaftshilfen und Seniorenbeauftragte im Landkreis ziehen an einem Strang

Führten durch den Abend (von links): Susanna Hochholzer, Prof. Dr. Irmgard Schroll-Decker und Dr. Gaby von Rhein. (Foto: Ralf Strasser)Führten durch den Abend (von links): Susanna Hochholzer, Prof. Dr. Irmgard Schroll-Decker und Dr. Gaby von Rhein. (Foto: Ralf Strasser)

Zu einem Netzwerktreffen der Organisierten Nachbarschaftshilfen und der Senioren- und Behindertenbeauftragten im Landkreis hatte vergangene Woche Landrätin Tanja Schweiger gemeinsam mit Dr. Gaby von Rhein, Leiterin der Freiwilligenagentur, und Susanna Hochholzer vom Sachgebiet Senioren und Inklusion eingeladen. Ziel des Abends: verschiedene Gruppen, die wichtig für das soziale Miteinander in den Gemeinden sind, an einen Tisch zu bringen. „Sie sorgen dafür, dass die Organisierte Nachbarschaftshilfe und die ehrenamtliche Arbeit für Seniorinnen und Senioren im Landkreis zu einem Erfolgsmodell geworden sind“, begrüßte Landrätin Tanja Schweiger die rund 70 Vertreterinnen und Vertreter aus 28 Gemeinden, darunter auch Bürgermeisterinnen und Bürgermeister.

REGENSBURG Unter dem Motto „Die sorgende Gemeinde“ fand bereits im Frühjahr ein Fachtag Demenz in Regenstauf statt. „Nun wollen wir das Thema vertiefen und dabei klären, wo die Gemeinden und der Landkreis stehen und wo wir hin wollen“, so Dr. Gaby von Rhein.

Was versteht man unter dem Begriff „Sorgende Gemeinde“? Dieser Frage ging die Referentin Professor Dr. Irmgard Schroll-Decker von der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg nach. „Der gemeinsame Nenner: sich einbringen, mitmachen beim für einander Dasein in einer Gemeinde! Klingt einfach, ist es aber nicht“, so Irmgard Schroll-Decker. An einem Fallbeispiel zeigte sie Hindernisse, aber auch Möglichkeiten auf, wie Hilfe vernetzt werden kann. Die Gemeinde sei ein Sozialraum, wo viele Akteure ins Spiel kämen: Pfarreien, Vereine, Nachbarn, soziale Dienste, die Kommunalverwaltung und viele mehr. In einer „Sorgenden Gemeinde“ gelte es, diese Potentiale zu einem gemeinsamen solidarischen Handeln zu verknüpfen.

Die Gäste selbst wurden an den Workshop-Tischen aktiv. Fünf Fragen standen dabei im Mittelpunkt: Ist unsere Gemeinde schon eine „Sorgende Gemeinde“? Was gibt es, was fehlt? Wer arbeitet zusammen, wer nicht? Wo wollen wir hin? Was können wir angehen? „Es geht nicht um schnelle Lösungen, die wir heute Abend finden müssen“, gab die Leiterin der Freiwilligenagentur vor. Vielmehr gehe es um eine Bestands- und Bedarfsanalyse.

Der Austausch unter den Akteuren in den acht Arbeitsgruppen funktionierte gut. Defizite und Probleme wurden erkannt, Wünsche formuliert und erste Ansätze aufgeschrieben. Doch Lösungen stünden erst am Ende einer langen Sozialkette, die noch erarbeitet werden müsste. „Wir wollen alle wichtigen Akteure ins Boot holen und ermutigen, gemeinsam tragbare Lösungen zu finden. Auf diesem Weg werden wir helfen, begleiten und unterstützen“, so Dr. Gaby von Rhein.

Und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer? Sie plädierten vor allem dafür, die Gemeinden in die Pflicht zu nehmen, auf das Miteinander von Jung und Alt zu setzen, mehr Kooperation zu suchen und von Seiten der Politik bessere Rahmenbedingungen zu schaffen. Das Fazit der Gastgeberinnen fiel positiv aus: „Mit solchen Veranstaltungen wie heute sind wir auf dem richtigen Weg. Gemeinsam weitergehen – das sollte unser aller Devise sein.“


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