31.10.2018, 09:08 Uhr

Politik SPD Herbstklausur – „Es gibt keine unwichtigen Termine“

(Foto: Ursula Hildebrand)(Foto: Ursula Hildebrand)

Dass das Wahlergebnis vom 14. Oktober kein Grund ist, den Kopf in den Sand zu stecken, da waren sich die Mitglieder der SPD im Landkreis Regensburg einig. Am Wochenende, 27. und 28. Oktober, hatte sich der Vorstand zusammen mit interessierten Mitgliedern in Rötz im Landkreis Cham eingefunden, um in Klausur zu gehen. Am Samstagvormittag stand Motivation auf dem Programm: Rita Röhrl, Landrätin aus dem Landkreis Regen, war nach Rötz gekommen, um zu berichten, wie man „als bayerischer Sozi Wahlen gewinnen kann“.

REGENSBURG Für viele doch etwas überraschend wurde Rita Röhrl am 8. Oktober 2017 zur Landrätin des Landkreises Regen gewählt. Ihr Amtsvorgänger Michael Adam hatte eine weitere Kandidatur abgelehnt, und so schmiss Röhrl, damals 63 Jahre alt, alle ihre Pläne um. Eigentlich, so berichtet sie, hätte sie nach dann 30 Jahren als Bürgermeisterin in Teisnach 2020 bei den Kommunalwahlen nicht mehr antreten wollen. „Doch dann wurde ich zum Hoffnungsträger mit 63 dreiviertel“, schmunzelt sie. Die Stichwahl fand dann einen Tag vor Röhrls 64. Geburstag statt. Sie konnte sich mit 54,1 Prozent gegen den CSU-Kandidaten Stefan Ebner durchsetzen.

Wahlen, so berichtet Röhrl, gewinne man „nicht sechs Wochen, nicht zwei Monate vor der Wahl“, sondern nur durch kontinuierliche Arbeit. Ihr Bürgermeisteramt sei natürlich ein guter Ausgangspunkt gewesen, viele Menschen haben sie gekannt. Das lag wahrscheinlich auch daran, dass Röhrl nach dem Grundsatz „Es gibt keine unwichtigen Termine“ handelt. „Von Work-Life-Balance ist da dann allerdings keine Rede mehr“, gibt die heute 65-Jährige zu.

Röhrl gibt allen, die für Mandate kandidieren, den Tipp, die „Sprache der Menschen“ zu sprechen. Wer krampfhaft meine, Hochdeutsch sprechen zu müssen, obwohl er eher dialektgefärbt spreche, wirke nicht authentisch. Letztlich gelte dies natürlich auch umgekehrt. Jemand, der eher Hochdeutsch spricht, und versucht, betont Bairisch zu sprechen, der werde scheitern. Wichtig sei es jetzt auch, „in die Bütt zu steigen“, so Röhrl. „Wir dürfen uns nicht zurückziehen!“ Und: „Wir müssen Zeichen ,nach oben‘ senden.“ Ihr eigener Bezirksverband wird sich mit einem Schreiben an den Landesvorstand wenden und die Vorstellungen der niederbayerischen Basis vortragen. Alle Mitglieder fordert Röhrl auf, sich in die Parei auf den verschiendenen Ebenen einzubringen und Themen zu setzen.

Die Klausurteilnehmer quittierten den Bericht Röhrls mit großem Applaus. Der Regener Landrätin war es gelungen, ein Stück weit ihre Motivation auch in die SPD im Landkreis Regensburg zu übertragen. Und keine Frage: Röhrls Enthusiasmus, ihre Leidenschaft und ihre klare Haltung können Vorbild für andere Sozialdemokraten sein, Kreisvorsitzender Rainer Hummel dankte Rita Röhrl für ihr Kommen und überreichte ein kleines Geschenk als Dankeschön.


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