23.09.2018, 08:53 Uhr

Wohnungsnot Stadtbau profitiert von immer höheren Mieten – das schlägt sich auch beim Chef-Gehalt nieder

Stadtbau-Geschäftsbericht, Ausgaben für die Geschäftsführung im Beteiligungsbericht: Ordentliche Steigerung. Foto: ce  (Foto: ce)Stadtbau-Geschäftsbericht, Ausgaben für die Geschäftsführung im Beteiligungsbericht: Ordentliche Steigerung. Foto: ce (Foto: ce)

Deutliches Plus beim Mietpreis verzeichnet die städtische Tochter Stadtbau – und auch beim Chef-Gehalt.

REGENSBURG Der Abstand zwischen dem Mietpreisspiegel für Wohnungen in Regensburg und der durchschnittlichen Nettokaltmiete in Stadtbau-Wohnungen ist im vergangenen Jahr geringer geworden. Das geht aus dem Bericht der Geschäftsführung der städtischen Tochter hervor, die eigentlich dazu da ist, günstigen Wohnraum anzubieten.

Demnach explodierte die Netto-Kaltmiete aller etwa 7.000 Stadtbau-Wohnungen von 4,62 Euro je Quadratmeter in 2008 auf 6,63 Euro im Jahr 2017. Im Jahr 2016 verlangte die Stadtbau noch durchschnittlich 6,47 pro Quadratmeter.

Zwar betont man im Geschäftsbericht die große Spannbreite – je nach Lage, Baujahr, Ausstattung und so weiter variieren die Preise „zwischen 2,29 Euro für die unsanierte Altbauwohnung aus den 1920er Jahren im Kasernenviertel bis zu 10,73 Euro je Quadratmeter für das neu gebaute Ein-Zimmer-Appartement im Kasernenviertel.“

Dort hat die Stadtbau direkt neben dem Areal gebaut, wo die Firma BTT von Volker Tretzel drei unterschiedliche Abschnitte bebaut hat – die Vergabe an BTT ist ab kommender Woche Gegenstand eines Prozesses. Dementsprechend stiegen auch die Umsatzerlöse der Stadtbau von 31 Millionen Euro in 2008 innerhalb von zehn Jahren auf 46 Millionen Euro – der Jahresüberschuss stieg von 5,4 Millionen Euro in 2016 auf 7,8 Millionen in 2017. Dass er ein guter Wirtschafter ist, ist in der Politik unumstritten: Joachim Becker, mächtiger Chef der Stadtbau. Ist er aber der richtige Mann für ein soziales Wohnbau-Unternehmen wie die Stadtbau? Zu seinem Schaden waren die Mietsteigerungen in den letzten Jahren jedenfalls nicht. Laut dem Beteiligungsbericht der Stadt Regensburg stieg der „Posten Geschäftsführung Joachim Becker“ von 170.000 Euro im Jahr 2013 auf 192.000 Euro in 2016. Ein sattes Gehaltsplus – stellt sich nur die Frage, ob auch die Stadtbau-Mieter mit solchen Gehaltssprüngen die höheren Mieten bezahlen können.