29.08.2018, 08:08 Uhr

Vereinbarkeit von Job und Wohnen Lohnt sich Landleben doch mehr als die Großstadt?

Der Wirtschaftsstandort Regensburg ist attraktiv, die Mieten steigen aber auch. Lohnt es sich, aufs Land zu ziehen? (Foto: ce)Der Wirtschaftsstandort Regensburg ist attraktiv, die Mieten steigen aber auch. Lohnt es sich, aufs Land zu ziehen? (Foto: ce)

Eine Studie kommt zu dem Schluss, dass es für Arbeitnehmer auf dem Land mitunter günstiger ist, wenn man die Kosten für das Wohnen mit einbezieht.

REGENSBURG/BAYERN Immer mehr Menschen ziehen angeblich in die Städte, weil es dort Arbeit gibt. Doch dabei bedenken viele nicht, dass die Lebenshaltungskosten umso teurer sind, je begehrter ein Wohnort ist. Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln hat nun vorgerechnet, wo es sich zu leben und zu arbeiten lohnt. Die Ergebnisse sind vor allem für die Regionen Ingolstadt, Passau und Regensburg interessant. „In einigen der 156 Bezirke der Bundesagentur für Arbeit (BA) hat sich der Arbeitsmarkt in den vergangenen Jahren prächtig entwickelt, trotzdem gibt es dort noch immer viel bezahlbaren Wohnraum“, heißt es in einer Auswertung des IW.

Die Wissenschaftler nutzten einen sogenannten Scoring-Wert, um die Attraktivität der Region in Bezug auf den Arbeitsmarkt, die Mieten und Immobilien-Preise zu messen. „Aus Arbeitgebersicht ist die Suche nach passend qualifizierten Fachkräften besonders schwierig: 2017 entfielen in der Region Regensburg 93 Prozent aller offenen Stellen auf Berufe mit Fachkräfteengpässen“, so Alexander Burstedde vom IW. Doch das ist naturgemäß nicht in der gesamten Oberpfalz so. Schon im benachbarten Schwandorf sieht es ganz anders aus: Hier kommen zwar auf 100 Arbeitslose lediglich 95 offene Stellen, die bei der Bundesagentur gemeldet sind, doch das Mietpreisniveau liegt mit 5,94 Euro je Quadratmeter bei 78 Prozent des Bundesschnitts. Nach Angaben der Studienmacher verwundert vor allem, dass die Großstädte wie Hamburg, Köln und Berlin so schlecht wegkommen: „Dass diese Städte hohe Wohnkosten aufweisen, ist bekannt“, so die Studienmacher, „tatsächlich aber sind in vielen Großstädten die Arbeitslosenquoten noch verhältnismäßig gering.“

Hamburg, Köln und Berlin kommen schlecht weg

Gleichzeitig stehen Regionen wie Landshut, aber auch Regensburg und Ingolstadt vor einem großen Fachkräfte-Dilemma: Hier gibt es besonders viele Engpässe für Unternehmen, die dringend auf hoch qualifizierte Arbeitnehmer angewiesen sind. Während in Ingolstadt hohe Mietpreise ein Negativ-Faktor sind, ist das Gleichgewicht in Landshut und Passau noch relativ gegeben – verglichen mit dem Bundesdurchschnitt. Doch die Tendenz bei den Mieten ist weiter steigend.