09.07.2018, 07:27 Uhr

Verkehr Aus der Regensburger Stadtbahn soll gleich mal eine S-Bahn werden


Der Stadtrat hat vergangene Woche grünes Licht für eine Stadtbahn erteilt. Nach ersten Schätzungen dauert es allerdings bis zu 15 Jahre, bis diese am Ende fahren wird. Doch die Weichen sind gestellt – und wecken gleichzeitig Begehrlichkeiten.

REGENSBURG Kürzlich luden die Regensburger Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer zusammen mit Landrätin Tanja Schweiger, Landrat Thomas Ebeling aus Schwandorf und Landrat Martin Neumeyer aus Kelheim zu einem gemeinsamen Termin in Wiesent im Nepaltempel ein. Dort unterzeichneten sie eine gemeinsame Erklärung, eine Art Appell, um Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner von einer S-Bahn für die Region zu überzeugen. In der Erklärung „wird nachdrücklich auf die bereits jetzt schon prekäre Verkehrssituation im Großraum Regensburg hingewiesen“, hieß es im Vorfeld. Die weiter zunehmende Verkehrsbelastung, die Prognosezahlen etwa hinsichtlich des weiteren Bevölkerungszuwachses oder auch absehbare Großbaustellen, wie die Sanierung des Pfaffensteiner Tunnels, erforderten demnach „erhebliche Verbesserungen beim Schienenpersonennahverkehr. Nur so könne den jetzigen und künftigen Mobilitätserfordernissen des Großraums Regensburg Rechnung getragen werden.“

Damit könnten weitere wichtige Weichen gestellt werden, damit aus der Stadtbahn am Ende eine Bahn für die komplette Region werden könnte.

In Regensburg indes hat man bereits einschlägige Erfahrungen mit einer Straßenbahn, die zwischen 1903 und 1964 verkehrte. Der Bayerische Rundfunk hat in seinem Archiv gewühlt und dort einen Fernsehfilm aus der Zeit Ende der 50er Jahre gefunden. Ein Fernsehreporter fuhr damals mit einer Straßenbahn und schilderte, wie eng es mit Straßenbahn, Autoverkehr und Fußgängern zusammen in der Altstadt wurde.

Doch die Stadtbahn soll nach den vorliegenden Planungen ohnehin keine Bimmelbahn für die Altstadt werden. Hier setzt man derzeit eher auf kleine elektrobetriebene Busse, die sowohl umweltschonend, als auch leise sind. Die Stadtbahn soll die Altstadt eher tangieren und die Fahrgäste aufnehmen, wenn sie in die Stadtteile fahren wollen.

Starten möchte man zunächst mit zwei Linien: Die eine soll Wutzlhofen über Weichs, die Altstadt, den Hauptbahnhof und das Klinikum verbinden. Die zweite Linie soll von der Nordgaustraße auf der Höhe Isarstraße bis nach Burgweinting fahren.