28.06.2018, 11:36 Uhr

Wirtschaft IHK-Fachkräftemonitor 2018 – Fachkräftemangel wird im Raum Regensburg immer deutlicher

(Foto: Ursula Hildebrand)(Foto: Ursula Hildebrand)

In der Oberpfalz und dem Landkreis Kelheim hat sich die Fachkräftelücke weiter vergrößert. Der IHK-Fachkräftemonitor zeigt: Die Wirtschaft in der Region verzichtet 2018 unfreiwillig auf 1,5 Milliarden Euro.

REGENSBURG „Durch den Mangel von 17.000 qualifizierten Mitarbeitern entgehen den Unternehmen in diesem Jahr 3,4 Prozent der gesamten Bruttowertschöpfung“, resümiert Dr. Jürgen Helmes, Hauptgeschäftsführer der IHK Regensburg für Oberpfalz/Kelheim. Fehlende Fachkräfte seien aktuell das größte wirtschaftliche Risiko der heimischen Betriebe. „Die regionale Wirtschaft befindet sich in bester Verfassung, dennoch schwebt der Fachkräftemangel wie ein Damoklesschwert über der künftigen Unternehmensentwicklung – ein greifbarer volkswirtschaftlicher Verlust.“ Bis zum Jahr 2025 sinkt das Fachkräfteangebot voraussichtlich von derzeit 457.000 auf 431.000. Selbst ohne Berücksichtigung konjunktureller Effekte wird der regionale Fachkräfteengpass nahezu auf dem Niveau von 2018 bleiben, obwohl Digitalisierungseffekte und die stärker gewordenen Absolventenjahrgänge in technischen Berufen diesem entgegenwirken. Der zukünftige Fachkräftebedarf der Unternehmen basiert zum Großteil auf Fachkräften mit beruflicher Qualifizierung.

Technik-Fachkräfte fehlen

Mengenmäßig fehlen vor allem Fachkräfte im technischen Bereich – die meisten davon in der Maschinen- und Fahrzeugtechnik sowie in der technischen Forschung, Entwicklung und Produktionssteuerung. Das bestätigt auch Thomas Stader, Leiter der Regensburger Niederlassung des Engineering-Dienstleisters Brunel GmbH: „Durch den steigenden Bedarf an Technik, die in jedem Produkt direkt oder indirekt enthalten ist, werden besonders IT-Fachkräfte sowie Mitarbeiter im Elektronik- und Elektrobereich gesucht.“ Wie findet und bindet ein Unternehmen Fachkräfte? Stader rät, Absolventen möglichst schnell im Unternehmen weiter zu qualifizieren, zum Beispiel im Bereich Business-IT. Die Anstellung von Fachkräften über die sogenannte Blue Card oder die ICT-Regelung zum internationalen Personalaustausch seien darüber hinaus effektive Möglichkeiten, qualifizierte Mitarbeiter aus dem Ausland zu gewinnen. „Wir können Unternehmen nur ermutigen, diesen Schritt zu wagen“, sagt Stader.

IHK-Fachkräftemonitor Bayern

Das frei zugängliche Online-Tool „IHK-Fachkräftemonitor Bayern“ prognostiziert Angebot und Nachfrage von Fachkräften bis 2030 für Berufsgruppen, Branchen und bayerische Regionen. 2018 wurde das Tool grafisch und inhaltlich umfassend modernisiert. Mit der Aktualisierung der Berufsbezeichnungen und Anforderungsniveaus wurde der Fachkräftemonitor an die neue Systematik der Bundesagentur für Arbeit (KldB) angepasst, bildet damit die heutige Berufswelt noch genauer ab und umfasst nach dem Update rund 98 Prozent aller Arbeitnehmer in Bayern. Den IHK-Fachkräftemonitor Bayern finden Interessierte unter www.ihk-fachkraeftemonitor-bayern.de – regionale Informationen sind im IHK-Fachkräftereport in der Anlage und unter www.ihk-regensburg.de einsehbar.


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