21.06.2018, 08:53 Uhr

Moderner ÖPNV Koalition stellt Weichen für die Straßenbahn in Regensburg

So sehen heutzutage moderne Straßenbahnen aus, wie diese hier in Bremen. (Foto: Bremer Straßenbahn AG)So sehen heutzutage moderne Straßenbahnen aus, wie diese hier in Bremen. (Foto: Bremer Straßenbahn AG)

Der Stadtrat von Regensburg stellt die Weichen für eine neue Stadtbahn.

REGENSBURG „Das Projekt Stadtbahn stellt die Stadt vor immense Herausforderungen“, heißt es in der Vorlage des Planungsausschusses. Diese Woche stellte der Stadtrat einstimmig die Weichen für eine Straßenbahn, die es in Regensburg zwischen 1903 und den 60er Jahren bereits gegeben hat. Wer sich allerdings darunter eine Bimmelbahn vorstellt, der täuscht sich – die Wiedereinführung der Straßenbahn wird mit modernsten Wagen geplant.

Auf die Bau- und Verkehrsplaner, aber auch auf die Verkehrsbetriebe kommt eine Mammutaufgabe zu: Die immer weiter wachsende Stadt mit zwischenzeitlich 165.000 Einwohnern erstickt im Verkehr. Busse haben zunehmend das Problem, selbst im Stau zu stehen. Eine Studie, die nun die Einführung zwischen einem Schnellbussystem und einer Stadtbahn abwägte, schlägt Letztere als Lösung vor. 15 Kilometer Streckenlänge mitsamt Betriebsanlagen und weiteren Bauwerken müssen geplant und umgesetzt werden.

Für Autofahrer könnte es zunächst enger werden

„Mit dem Projekt Stadtbahn/Straßenbahn verbindet sich für die Stadt Regensburg ein Großprojekt, dass in seiner Dimension – auch im deutschlandweiten Vergleich – weitgehend einzigartig ist: dem vollständigen Neuaufbau eines Straßenbahnnetzes innerhalb des bestehenden Verkehrssystems“, heißt es dann auch in der Stadtratsvorlage. Zudem sei die Kosten-Nutzen-Rechnung einer Stadtbahn „nur knapp“ positiv, heißt es weiter. Das Projekt wird teuer, das ist klar.

Die Punkte, die für eine Stadtbahn sprechen, sind vor allem die einer großen Kapazität an Fahrgästen, die transportiert werden können, aber auch der umweltfreundliche Antrieb. Zudem kann eine Stadtbahn mit einer eigenen Trasse am Stau vorbei fahren. Ob sich dadurch die Situation für Autofahrer zunächst weiter verschlechtert, ist fraglich – die wenigsten Straßen können weiter gemacht werden. Fakt ist aber auch, dass beispielsweise beim Neubau der Nibelungenbrücke (2001 bis 2004) in der Mitte genau für eine Stadtbahn-Trasse Platz gelassen wurde. Die Nibelungenbrücke mit täglich 70.000 Autos ist eine der wichtigsten Verkehrsachsen der Stadt. Dass vor allem Landkreis-Bewohner hauptsächlich im Berufsverkehr davon betroffen sein könnten, wenn eine Stadtbahn Platz auf der Straße wegnimmt, man aber gleichzeitig keine wirkliche ÖPNV-Alternative für Pendler hat, das befürchtet man auch in der Politik. Nicht umsonst sprach sich der CSU-Fraktionsvorsitzende und Schierlinger Bürgermeister Christian Kiendl am Wochenende nochmals dafür aus, die Stadtbahn nicht an der Stadtgrenze enden zu lassen.

Geplant sind offenbar zunächst zwei Verkehrsachsen zwischen Wutzlhofen und dem Klinikum sowie dem Alexcenter und Burgweinting. Als Nächstes könnte dann eine West-Ost-Linie folgen, die beispielsweise Prüfening mit dem Stadtosten verbindet.