16.06.2018, 09:41 Uhr

Stadtpolitik Ein Baugebiet „Auf der Platte“ ist trotz Spenden-Affäre nicht vom Tisch


Das Gebiet „Auf der Platte“ liegt idyllisch im Stadtwesten, raint an die Friedrichs Zeche an. Ein Paradies, vor allem auch für jene, die das Glück haben, direkt am Ortsrand eine Immobilie zu besitzen. Doch das Areal, das derzeit ein Feld ist, kam in die Schlagzeilen, eine Mail des suspendierten Oberbürgermeisters ist Bestandteil eines Strafbefehls gegen den Immobilien-Unternehmer, dem das Feld gehört. Recherchen des Wochenblatts ergaben - nach wie vor wird eine Bebauung geprüft - und das auch ganz ohne Spenden.

REGENSBURG Der Strafbefehl gegen den Immobilienunternehmer Thomas D., den dieser im März 2018 akzeptiert hatte, hat offenbar keine Auswirkung auf eine mögliche Bebauung im Außenbereich. D.s Anwalt, der CSU-Politiker Peter Gauweiler, hatte D. dazu geraten, den Strafbefehl zu akzeptieren, auch wenn er den Vorwurf der Bestechung von Joachim Wolbergs für falsch halte. Der Strafbefehl des Amtsgerichts wurde auch deshalb erlassen, weil Wolbergs an die Baureferentin eine Mail schrieb, in der er bat, eine Außensatzung für das Gebiet „wohlwollend zu prüfen“.

Dabei geht es um ein Feld, das nach Auskunft aus dem Grundbuch einer Firma gehört, bei der D. Geschäftsführer war. Prokuristin war jene Mitarbeiterin, die für D. die Spenden überwies und deshalb auch einen Strafbefehl bekommen haben soll. Das Areal liegt direkt neben der sogenannten Buchbinder-Villa, die seit Jahren vor sich hin verfällt. Als eine Hamburger Bank die Villa aus einer Insolvenzmasse kaufte, wollte man dort bauen. D. soll daraufhin seine Zustimmung an eine eigene Baugenehmigung gekoppelt haben. Und jetzt wird es spannend: Denn obwohl unter Wolbergs keine Baugenehmigung zustande kam, ist die Bebauung dort nicht vom Tisch. Das bestätigte die Stadt auf Anfrage.

„Nach derzeitigem Kenntnisstand ist eine Einbeziehungssatzung möglich. Das Planungsgebiet befindet sich laut Flächennutzungsplan jedoch in einem geplanten Landschaftsschutzgebiet und ist naturschutzfachlich nicht ganz unproblematisch“, so die Stadt. Man führe jetzt ein Prüfungsverfahren durch. Aufgrund der Lage am Dechbettener Hang neben der Friedrich Zeche werden derzeit Untersuchungen des Bodens durchgeführt. Man wolle überprüfen, ob ein Abrutschen von Schichten drohe.

Am Ende könnte bebaut werden – ohne Spenden.