04.05.2018, 09:51 Uhr

Die Hälfte elektrisch 400 Leihfahrräder für Regensburg mit 40 Stationen – und vielen Problemen in anderen Städten

(Foto: mh)(Foto: mh)

Die Domstadt soll endlich ein Leihfahrrad-System bekommen. Der Planungsausschuss stellte jetzt die Planungen dafür vor.

REGENSBURG Und: Die Stadt will gleich in die Vollen gehen. Obwohl es in innovativen Metropolen wie Kopenhagen erhebliche Probleme mit Pedelecs, also Elektrofahrrädern gibt, möchte Regensburg die Hälfte der Räder elektrisch bestücken – man wolle „Vorreiter“ sein für eine relativ kleine Großstadt. Klar, man könne nicht am Keilberg Leihräder anbieten, dafür wohnen einfach zu wenige Menschen dort, heißt es. Aber vor allem Studenten und Altstadtbewohner möchte man ansprechen und wahrscheinlich auch Pendler. Fraglich indes ist, ob Regensburg ähnliche Probleme wie andere Städte bekommen wird. In München hatte kürzlich eine chinesische Firma 5.500 ihrer bisher 6.500 Leihfahrräder wieder eingesammelt. Der Vandalismus hatte dem Unternehmen massiv zu schaffen gemacht. Auch in Frankfurt am Main gab es Probleme: Dort hatten private Anbieter Free-Float-Systeme eingerichtet, bei dem die Räder überall abgestellt werden konnten. Besagter chinesischer Anbieter, der auch in München massive Probleme hatte, geriet damit allerdings in die Schlagzeilen – die Daten von Nutzern waren zeitweise zwei Wochen lang abrufbar im Internet.

Stadtwerke sollen die Stationen verwalten

In Regensburg soll es ohnehin keine privaten Anbieter geben, betreiben sollen das Leihfahrrad-System die Stadtwerke. Das macht sicher Sinn, denn diese sind mit den Regensburger Verkehrsbetrieben ohnehin Experten für den ÖPNV. Die Leihfahrräder können also eine Ergänzung darstellen. Gestartet werden soll zunächst mit nur wenigen Stationen und Rädern, die erste Phase soll mit 40 Stationen und 400 Rädern abgeschlossen werden. Das soll dann bedarfsabhängig auf 600 Räder mit 60 Stationen ausgebaut werden. Befinden sollen sich diese vorwiegend an zentralen Punkten wie dem Hautbahnhof, aber auch wichtigen Bushaltestellen und Studentenwohnheimen. In fünf Jahren rechnet man mit einem Defizit von 400.000 Euro, allerdings soll sich das System bereits im vierten Jahr selbst tragen.