27.04.2018, 20:25 Uhr

Standort nach vorne gebracht IHK-Vollversammlung blickt auf die letzte Wahlperiode zurück

(Foto: Bayreuther)(Foto: Bayreuther)

Trotz globaler Herausforderungen wie Brexit und drohende Handelskriege konnte die ostbayerische Wirtschaft ihre starke Position in der Mitte Europas weiter ausbauen, so das Resümee der Vollversammlung der IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim in ihrer Frühjahrssitzung. Die Mitglieder der Vollversammlung trafen sich in dieser Konstellation zum letzten Mal, denn es stehen Wahlen an. Bis Mitte Mai wählen die Mitgliedsunternehmen der IHK ihre Vertreterinnen und Vertreter der Vollversammlung für die kommenden fünf Jahre neu

REGENSBURG „Aktuell steht der Wirtschaftsraum Oberpfalz-Kelheim so gut da wie noch nie“, betonte IHK-Präsident Gerhard Witzany. Gründe dafür gebe es viele – allen voran die Innovationskraft und Exportstärke der Betriebe. Wesentlich sei aber auch: „Die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaftsvertretern mit Politik und Verwaltung funktioniert.“ Dazu habe die IHK gemeinsam mit ihrem Ehrenamt einen großen Teil beigetragen.

Rückblickend auf die letzten fünf arbeits- und ereignisreichen Jahre könne man ein Buch schreiben, ist sich Witzany sicher. Die Themen der IHK reichten von Digitalisierung über Berufliche Bildung, Verkehrsinfrastruktur und Energiefragen bis hin zu Internationalisierung und Außenwirtschaft. Mit Veranstaltungen wie dem Fachkräftetag oder dem Energiekongress bot die IHK eine Plattform für Unternehmen, um sich über aktuelle Trends auszutauschen. Immer wieder habe die IHK die zentralen Herausforderungen der regionalen Wirtschaft auch mit Politik und Verwaltung diskutiert. Bei den jährlichen Jahres- und Sommerempfängen sowie in Wirtschaftsgesprächen trafen sich die Mitglieder der Vollversammlung mit Politik-Größen aus dem In- und Ausland – darunter der britische Botschafter Sir Sebastian Wood, der chinesische Generalkonsul Wang Shungqing oder der jetzige bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder. „Wir haben die Leistungsfähigkeit unseres Wirtschaftsraums klar kommuniziert und unsere Forderungen an die Politik im Gesamtinteresse unserer Mitgliedsunternehmen entsprechend platziert“, sagte Witzany mit Blick auf die verabschiedeten Positionspapiere der IHK in der vergangenen Wahlperiode.

Was die regionalen Betriebe aktuell umtreibt, berichteten IHK-Vizepräsident Dr. Alois Plößl von der Rhanerbräu GmbH & Co. KG sowie die Vollversammlungsmitglieder Ludwig Zollner von der Zollner Elektronik AG und Michael Matt von der Optik Matt GmbH & Co. KG. „Wir befinden uns in der Optik und Akustik in einem hart umkämpften Zukunftsmarkt“, sagte Matt. Die fehlenden Fachkräfte limitieren die klassische Wachstumsstrategie und Neugründungen. „Aber wir schauen optimistisch in die Zukunft“, so Matt. Auch bei der Zollner Elektronik AG in Zandt ist der Fach- und Arbeitskräftemangel der begrenzende Faktor. Der Global Player aus dem bayerischen Wald – 6.000 der insgesamt 11.000 Mitarbeiter des Mechatronikdienstleisters sind im Ausland beschäftigt – verzeichnet alleine am Hauptsitz in Zandt rund 200 offene Stellen. „Dennoch geben wir unser Bestes, um unsere vollen Auftragsbücher abzuarbeiten und unsere Kunden zufriedenzustellen“, sagte Vorstandsmitglied Ludwig Zollner. Die Werke in Deutschland, aber auch die Zollner-Standorte in Ungarn, Rumänien, China und den USA produzieren auf Hochtouren. Gebremst werden sie allerdings auch von der Verknappung bei Komponenten von Zulieferern und den derzeit langen Lieferzeiten.

Mit immer mehr Akteuren in einem rückläufigen (Inlands-) Markt und einem sinkenden Bier-pro-Kopf-Konsum haben die Brauereien zu kämpfen. In Deutschland wurden in den letzten fünf Jahren rund 150 zusätzliche Braustätten gegründet, so IHK-Vize Plößl. Ein Ende sei nicht in Sicht. Vor allem mittelständische Brauereien stünden vor zwei Herausforderungen: „Zum einen fallen in der Gastronomie, dem traditionellen Standbein einer Brauerei, immer mehr Dorfwirtshäuser weg, zum anderen herrscht im Handel ein großer Preisdruck.“ Man müsse sich breit aufstellen und auch auf den Export ins Ausland setzen. Plößl resümierte: „Branchenübergreifend hat sich in den letzten fünf Jahren mehr verändert als in den letzten 50 Jahren.“

2018 feiert die IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim zusammen mit fünf weiteren bayerischen IHKs ihr 175-jähriges Bestehen. Anlässlich dieses Jubiläums öffnet die IHK am 26. Juli für alle Interessierten ihre Türen. „Wir möchten zeigen, wer die IHK ist und was sie leistet. Deshalb laden wir unsere Mitglieder und die Öffentlichkeit zu einem Tag der offenen Tür ein“, kündigte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Helmes an. Neben Vorträgen namhafter Referenten wie Dr. Florian Langenscheidt oder Volker Treier, Außenwirtschaftsexperte des Deutschen Industrie- und Handelskammertages e. V. (DIHK), erwartet die Besucher verschiedene Ausstellungen, offene Büros, Erlebnisführungen der Stadtmaus Regensburg, ein reichhaltiges kulinarisches Angebot und vieles mehr.


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