25.04.2018, 18:53 Uhr

Unfassbare Tat Asylbewerber aus Rache den Penis abgeschnitten – dabei war Vergewaltigung frei erfunden!

In dieser Asylbewerberunterkunft in Eggenfelden suchte die Polizei noch nach dem abgetrennten Penis eines 28-jährigen Mannes.In dieser Asylbewerberunterkunft in Eggenfelden suchte die Polizei noch nach dem abgetrennten Penis eines 28-jährigen Mannes.

Ein 47-jähriger Kasache hatte am 23. September 2017 einem Zimmergenossen (28) den Penis abgeschnitten, der Mann verblutete. Der Mann berichtete den Ermittlern, er sei von seinem späteren Opfer vergewaltigt worden. Jetzt stellt sich heraus: Die Vergewaltigung war erfunden – und der Mann hatte schon früher eine Vergewaltigung angezeigt!

REGENSBURG/EGGENFELDEN Das, was am 23. September 2017 in einer Flüchtlingsunterkunft in Eggenfelden geschah, hätte möglicherweise verhindert werden können. Zumindest legen das die Erkenntnisse der Staatsanwaltschaft Landshut nahe.

Das war geschehen: Ein 47-jähriger Asylbewerber aus Kasachstan hatte einen 28-jährigen Ukrainer den Penis, sein Zimmergenosse in der Unterkunft, den Penis abgeschnitten. Der 28-Jährige verblutete in der Unterkunft. Die Ermittlungen wurden von der Kriminalpolizei in Passau übernommen.

Bei den polizeilichen Vernehmungen hatte der Kasache angegeben, zuvor von seinem Zimmergenossen vergewaltigt worden zu sein. Zweifel kamen schnell auf, denn die Aussagen weiterer Bewohner der Asylbewerberunterkunft hatten dies abgestritten.

Jetzt ist klar: Der Mann hat die Vergewaltigung durch sein Opfer frei erfunden! Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch, Sprecher der Staatsanwaltschaft Landshut: „In Hinblick auf die Vergewaltigung lassen unsere Ermittlungen den Schluss zu, dass es sich hierbei lediglich um eine Vorstellung des Beschuldigten handelt und es in Wirklichkeit keine derartige reale Handlung im Vorfeld gab.“, so der Behördensprecher. Offenbar war der Wahn, vergewaltigt worden zu sein, aber Auslöser der Bluttat:

„Diese Vorstellung, Opfer einer Vergewaltigung durch den später Getöteten geworden zu sein, scheint der Tatauslöser für die Tötungshandlung gewesen zu sein“, so Steinkraus-Koch.

Keine Anklage, sondern Unterbringungs-Antrag

Doch sind es offenbar nicht nur die Zeugenaussagen, die eine Vergewaltigung ausschließen. Auch die Staatsanwaltschaft hat Erkenntnisse, die den Behörden bereits früher bekannt waren! „Dieser Schluss liegt für uns auch deshalb nahe, da der Beschuldigte bereits im März 2017 im Bereich Nürnberg eine Anzeige erstattet hatte, er sei vergewaltigt worden“, so Steinkraus-Koch.

Die dort geführten Ermittlungen konnten ebenfalls eine solche Vergewaltigung nicht belegen. Doch dass der Kasache offenbar schon früher eine solche Wahnvorstellung hatte, legt den Schluss nahe, dass die Behörden von seinen psychischen Problemen zumindest Kenntnis hatten! Hätte der Tod des 28-jährigen Ukrainers also verhindert werden können?

Angeklagt wird der Mann nicht, denn die Staatsanwaltschaft Landshut geht nun von der Gefährlichkeit des Mannes aus. Zu spät? Im Februar hat man jedenfalls eine Antragsschrift beim Landgericht Landshut eingereicht, der Mann soll in die geschlossene Psychiatrie. Er sei psychisch krank.

Steinkraus-Koch: „Wir gehen davon aus, dass er auf Grund dieser Erkrankung bei der Tatbegehung nicht in der Lage war zu verstehen und einzusehen, was er da tat. Juristisch gesprochen gehen wir davon aus, dass er zum Tatzeitpunkt nicht schuldfähig war“, so der Behördensprecher.