12.04.2018, 12:59 Uhr

Schwimmunterricht „Jeder soll ein Schwimmbad in maximal 30 Minuten erreichen können“

(Foto: 123rf.com)(Foto: 123rf.com)

„Schwimmen zu können rettet im Notfall Leben. Doch Schwimmen lernen wird in der Oberpfalz immer mehr zur Herausforderung“, beklagt Jürgen Mistol, stellvertretender Vorsitzender der grünen Landtagsfraktion. Allein im letzten Jahr wurden von den 96 öffentlichen Schwimmbädern 3 geschlossen, weitere 8 sind von der Schließung bedroht. Insgesamt sind 61 Bäder sanierungsbedürftig.

REGENSBURG „Um die Schwimmbadinfrastruktur ist es deshalb so schlecht bestellt, weil die Förderpolitik der Staatsregierung ins Leere läuft.“ Das bestätigt eine aktuelle Anfrage an die Staatsregierung. In den vergangenen zehn Jahren wurden die kommunalen Hallenschwimmbäder in der Oberpfalz mit jährlich rund 5,39 Millionen Euro bezuschusst. „Ein Tropfen auf den heißen Stein, wenn man bedenkt, dass ohnehin nur Hallenbäder, die zu Schulsportzwecken dienen, überhaupt in den Genuss einer Förderung kommen“, kritisiert der Oberpfälzer Abgeordnete.

Viel erschreckender sei jedoch, dass die Staatsregierung keinerlei Erkenntnis darüber hat, an welchen Grundschulen überhaupt kein regelmäßiger Schwimmunterricht angeboten werden kann und was die Gründe hierfür sind. Stattdessen wälzt die Staatsregierung die Verantwortung auf Schulen und Gemeinden ab. Dabei sollte laut Lehrplan jedes Kind am Ende der vierten Jahrgangsstufe zumindest die Anforderungen eines Schwimmabzeichens erfüllen. „Das hilft alles nichts, wenn es statt Schwimmunterricht letztendlich beim Trockenschwimmen bleibt.“ Deshalb sei es nicht verwunderlich, dass es um die Schwimmfähigkeit in der Oberpfalz immer schlechter bestellt ist. Doch gerade dem Schwimmunterricht in der Schule komme eine besondere Bedeutung zu. „Voraussetzung dafür ist aber eine ausreichende Infrastruktur in zumutbarer Nähe“, betont Mistol.

Damit sich künftig möglichst viele Menschen sicher im Wasser bewegen können, hat die Grüne Landtagsfraktion nun einen Antrag eingebracht, der ein Maßnahmenbündel zur Verbesserung der Schwimmfähigkeit vorsieht. Dazu gehört neben der Ausweitung des Angebots an schulischen und außerschulischen Schwimmkursen, ein Konzept zur energetischen Sanierung und Unterhaltung von Schwimmbädern sowie die Verbesserung der kommunalen Finanzausstattung. „Damit sollen Kommunen in die Lage versetzt werden, dauerhaft eine Schwimmbadinfrastruktur vorhalten zu können, so dass jeder Bewohner im Freistaat in maximal 30 Minuten ein Schwimmbad erreichen kann.“


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