22.03.2018, 12:51 Uhr

Neuer Wirtschaftsminister zu Gast IHK-Vollversammlung in der Domstadt – Deutschlands Wirtschaft zu Gast in Regensburg

Festabend Jubiläum 175 Jahre IHK Regensburg für Oberpfalz und Kelheim Theater Regensburg Neuhaussaal. (Foto: altrofoto.de)Festabend Jubiläum 175 Jahre IHK Regensburg für Oberpfalz und Kelheim Theater Regensburg Neuhaussaal. (Foto: altrofoto.de)

2018 feiert die IHK Regensburg für Oberpfalz/ Kelheim zusammen mit fünf weiteren bayerischen IHKs ihr 175-jähriges Bestehen. Im Rahmen dieses Jubiläums ist die IHK Gastgeber der Vollversammlung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages e. V. (DIHK).

REGENSBURG Zwei Tage lang sind die Präsidenten und Hauptgeschäftsführer der 79 deutschen IHKs zu Gast in Regensburg. IHK-Präsident Gerhard Witzany und DIHK-Präsident Dr. Eric Schweitzer begrüßten am Mittwoch, 21. März, die Mitglieder sowie den neuen bayerischen Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer im Neuhaussaal des Theaters Regensburg. Witzany würdigte das Engagement der Unternehmen und die gute Zusammenarbeit von Politik und Wirtschaft: „Gemeinsam werden wir die Erfolgsgeschichte des Wirtschaftsstandorts Deutschland weiterschreiben.“

Interessensvertretung auf Bundesebene

1843, im Gründungsjahr der IHK, herrschte bei Ostbayerns Wirtschaftstreibenden eine vorsichtige Aufbruchsstimmung. „Dass wir heute mit Stolz auf die wirtschaftliche Entwicklung unserer Region blicken können, verdanken wir nicht zuletzt dem Mut der regionalen Unternehmer“, betonte Witzany. Gemeinsam setzten sie sich für Veränderung und Selbstbestimmung ein. Auf nachhaltiges Drängen der Kaufleute und Fabrikbesitzer genehmigte König Ludwig I. am 7. April 1843 widerwillig sechs Handelskammern nach französischem Vorbild. Die gemeinsame Interessensvertretung gegenüber Regierung, Verwaltung und anderen Gruppen ist seit dem eine zentrale, seit 1956 sogar eine gesetzlich definierte Aufgabe der IHK.

Um nicht nur in der Region, sondern auch national die Interessen der Unternehmen vertreten zu können, gründeten bereits 1861 die damals 91 Handelskammern den Allgemeinen Deutschen Handelstag, der sich 2001 in den Deutschen Industrie- und Handelskammertag umbenannte. Standardisierungen, Schutzzölle und Export waren damals wie heute die zentralen Themen. DIHK-Präsident Schweitzer sagte deshalb zu den aktuellen US-Strafzöllen: „Wir brauchen weltweit weniger Zölle und Handelsbarrieren – und mehr gemeinsam getragene Spielregeln für guten und fairen Handel.“

Pschierer lobte Einsatz der IHKs

Dass die Themen Freihandel und Schutzzölle hochaktuell sind, zeigte auch Gastredner Franz Josef Pschierer. Angesichts der Entwicklung in den USA erklärte der neue bayerische Wirtschaftsminister: „Die USA sind Bayerns wichtigster Handelspartner. Wir wollen keinen Handelskrieg – denn wir wissen schon jetzt, dass ein Handelskrieg keine Gewinner kennt.“ Die EU müsse nun Geschlossenheit zeigen und mit Weitblick agieren. Zudem ging er auf wirtschaftlich bedeutende Aspekte des neuen Koalitionsvertrages ein. Dieser beinhalte auch eine Fachkräftestrategie für die Beschäftigung von zugewanderten Mitbürgern. Wichtige Weichen würde die Vereinbarung ebenso für die Digitalisierung stellen. Dazu gehören flächendeckende Glasfasernetze bis 2025, die Weiterführung des Förderprogramms „Digitalbonus“ in Bayern oder die Ausweitung von Kooperationen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft.

Die IHKs sieht Pschierer dabei als wertvollen Partner für die Zukunft: „Die deutsche Wirtschaft läuft so erfolgreich wie nie. Einen wichtigen Beitrag hierzu leisten die Kammern. Mit ihrer Selbstverwaltung sichern sie unternehmerische Eigeninitiative und eine Aufgaben- und Interessenwahrnehmung nah an der Wirtschaft.“ Pschierer gratulierte den sechs bayerischen IHKs zum 175-jährigen Bestehen und freut sich auf die „weiterhin so konstruktive und partnerschaftliche Zusammenarbeit von Wirtschaft und Politik im Sinne der Unternehmen im Freistaat.“


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