18.03.2018, 10:04 Uhr

Besuch in Regensburg „Transitzentren sind der falsche Weg“

Stefan Christoph, Dieter Lauinger, Jürgen Mistol, Margit Kunc und Wolfgang Schmitt. (Foto: Büro Mistol)Stefan Christoph, Dieter Lauinger, Jürgen Mistol, Margit Kunc und Wolfgang Schmitt. (Foto: Büro Mistol)

Der Thüringer Migrations- und Justizminister Dieter Lauinger und der Regensburger Grünen-Landtagsabgeordnete Jürgen Mistol besuchten das Transitzentrum in Regensburg

REGENSBURG „Die Unterbringung von Menschen in solchen Einrichtungen ist aus meiner Sicht der falsche Weg“, sagte Thüringens Migrations- und Justizminister Dieter Lauinger nach seinem Besuch im Transitzentrum in Regensburg. „Hier werden Menschen untergebracht, die länger in Deutschland bleiben werden, ohne dass sie die Chance bekommen, sich zu integrieren.“ Die bayrischen Transitzentren sind für Personen, deren Asylantrag abgelehnt wurde, unabhängig davon, dass sie teilweise bereits mehrer Jahre in Deutschland leben. Allerdings können sie aus verschiedenen Gründen, zum Beispiel der fehlenden Aufnahmebereitschaft der Herkunftsländer, nicht abgeschoben werden. In neun Monaten gab es gerade einmal vier Rückführungen aus der Einrichtung heraus. „Es ist völlig unverständlich, dass ihnen in dieser Situation Sprach- und Berufsbildungskurse verwehrt werden. Dies gilt insbesondere für diejenigen, die bereits Vorqualifikationen besitzen. Und auch insgesamt bescheinigen die Mitarbeiter vielen der dort Untergebrachten , dass diese arbeiten und sich integrieren wollen“, so Lauinger. „Das Mittel der Wahl kann nicht Abschottung, sondern muss Bildung heißen.“

Auch Jürgen Mistol, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Landtagsgrünen, lehnt die Einrichtung von Transitzentren in Deutschland ab: „Nach den Erfahrungen, die wir in Bayern mit den Transitzentren machen, rate ich dringend ab, diese bundesweit einzuführen. Die Menschen in diesen Zentren müssen ständig fürchten, abgeschoben zu werden. Die Mentalitätsunterschiede vieler Menschen aus unterschiedlichsten Kulturkreisen auf engstem Raum und der von Langeweile dominierte Alltag begünstigen Gewalt in den Einrichtungen. Arbeit, Bildung, Deutschkurse, all das ist für die Bewohnerinnen und Bewohner nicht gewollt. Eigene Integrationsleistungen sollen verhindert werden. Mit den Transitzentren werden Probleme erst geschaffen, die vermeidbar wären.“


0 Kommentare