31.01.2018, 07:36 Uhr

Kriminalität Messerattacke am hellichten Tag – wann ist ein Islamist verrückt? Oder ein Verrückter Islamist?

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Am hellichten Tag hat ein zunächst als Syrer identifizierter 23-Jähriger in Regensburg einen Mann niedergestochen. Schon wenige Stunden nach der Tat stand für die Ermittler fest, dass es sich nicht um eine religiös motivierte Tat handelte. Jetzt kam heraus: Der Mann sprach schon kurz nach seiner Verhaftung von Gott. Eine politische Entscheidung der Ermittler?

REGENSBURG Massenmörder gab es in der Geschichte der Menschheit immer wieder. In Deutschland sollte man das wissen – wir hatten mit Adolf Hitler den Grausamsten von ihnen zum Staatsoberhaupt gekürt. Doch spätestens seit dem 11. September 2001 ist mit dem islamistischen Terrorismus eine Form des Wahnsinns auch in die Städte Europas eingezogen, die unsere bislang stabilen Demokratien gefährdet. Spätestens vor Gericht stellt sich die Frage: Sind Menschen wie Anis Amri, der islamistische Massenmörder vom Berliner Weihnachtsmarkt, oder Anders Breivik, der rechtsextreme Massenmörder von Norwegen, in normalen Kategorien zu verurteilen? Oder sind das alles einfach Verrückte?

Nun, im viel kleineren Rahmen scheint die Regensburger Staatsanwaltschaft und ihr zum Richter berufener früherer Sprecher Theo Ziegler darauf sehr schnell eine Antwort gefunden zu haben. Seit diesem Montag verhandelt das Landgericht einen Fall, in dem ein 24-jähriger Mann aus Jordanien vor Gericht steht. Er soll am 29. März 2017 einen völlig unbekannten Mann niedergestochen haben.

Die Merkwürdigkeiten in diesem Fall gehen schon bei der Nationalität los. Noch bis in den August gingen sowohl die Öffentlichkeit, als auch die Behörden davon aus, dass der Mann aus Syrien stammt. In Syrien aber herrscht Bürgerkrieg – deshalb erhalten Syrer bei uns Schutz. Laut Anklage aber kommt er aus Jordanien – dem Land, das als relativ westlich und offen gilt, ja mehr noch, in dem gerade Bundespräsident Walter Steinmeier logiert. Da stellt sich die Frage: Wie kam der Mann überhaupt nach Deutschland? Und warum?

Von Anfang an schloss die Staatsanwaltschaft Regensburg einen islamistischen Hintergrund aus. Schon wenige Stunden nach der Tat. Jetzt kam beim Prozess heraus, dass der Angeklagte bei der Polizei mehrfach von „Gott“ gesprochen hat, als er vernommen wurde. Wie kamen also die Ermittler dazu, eine religiös motivierte Tat auszuschließen? „Die Grenze zwischen Terror und Wahn ist schmal und muss differenziert betrachtet werden“, schrieb kürzlich die SZ, die nicht unter Verdacht steht, die Asylpolitik in Deutschland kritisch zu sehen. Im Fall des Kassians-platz-Messerstechers haben die Ermittler entschieden: Der Mann handelte vielleicht „im Auftrag Gottes“. Ein Islamist oder religiös motivierter Täter ist er laut Ermittler aber dennoch nicht.


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