31.01.2018, 07:29 Uhr

Kommentar Die Empörungs-Maschine feiert beim Grünen-Parteitag ein Fest


Die überregionale Medienwelt, vor allem die Öffentlich-Rechtlichen auf Bundesebene, haben eine Agenda: Was grün ist und links, ist immer gut, was irgendwie Tieren schadet, des Teufels. Da fragt man nicht mal nach, was überhaupt rausgekommen ist bei der VW-Studie an Affen – und nebenbei auch an Menschen. Warum nur?

REGENSBURG Empörungs-Maschine – so kommt mir die Medienlandschaft in Deutschland oft vor. Was, das schreibe gerade ich? Als Wochenblatt-Autor bin ich Vertreter einer Gattung, die man Boulevard-Zeitung nennt. Guter Boulevard bedeutet, dass man das protokollarische außen vor und den Tagesmedien überlässt, während man selbst den Finger in die Wunde legt. Aber was, wenn auch Öffentlich-Rechtliche und andere angeblich seriöse Medien plötzlich nicht mehr berichten, sondern propagieren?

Mehrere Beispiele fallen mir an diesem einen Wochenende auf. Es wird bekannt, dass VW im Zuge des Diesel-Skandals in den USA Stickstoffdioxid-Tests an Affen durchführen ließ. Bezeichnend ist, dass Versuche an Menschen – 25 junge Leute wurden mit Stickstoffdioxid belastet – erst an zweiter Stelle publik und diskutiert werden. Ich hatte ja schon länger den Verdacht, dass für manche Tierleben über Menschenleben stehen. Die Empörungs-Maschine läuft auf Hochtouren. Aber halt: Was ist denn bei den Tests überhaupt rausgekommen? Das wird in einem Nebensatz erwähnt! Angeblich hatte das Kohlenmonoxid keine Auswirkungen auf die Gesundheit, weder von Affen, noch von Menschen. Warum thematisiert das kein Medium? Wie Boulevard dürfen die Öffentlich-Rechtlichen denn sein? Sind das Fake-News?

Zweites Thema: Der Bundesparteitag der Grünen, bei dem Robert Habeck und Anna Baerbock zu neuen Bundesvorsitzenden gewählt werden. Die Leiterin des ARD-Hauptstadtbüros, Tina Hassel, verwechselt distanzierte Berichterstattung mit Jubel: „Frische grüne Doppelspitze lässt Aufbruchstimmung nicht nur in Frankreich spüren. (...) Wichtiges Signal in diesen Zeiten!“ Wie bitte? Unter einem Bild, das die grüne Bundestags-Vizepräsidentin Claudia Roth beim Malen eines Regenbogens zeigt, schreibt ein Mitarbeiter Hassels den Satz: „Ein ganz normaler Grünen-Parteitag.“ Derweil gibt es eine Panne bei den Auszählungen. Man muss ja nicht so weit gehen und sich solche Elegien bei Parteitagen der Rechtspopulisten vorstellen. Aber wäre eine derartige Propaganda bei der FDP denkbar? Ich glaube ja nicht ...


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