29.01.2018, 21:56 Uhr

Gotteshaus Neue Moschee in Regensburgs Stadtosten soll ein Minarett bekommen

So soll die neue Moschee in der Maxhüttenstraße in Regensburgs Stadtosten aussehen. Auf der Grafik ist auch ein Minarett vorgesehen.  (Foto: Architekturbüro Yilbirt)So soll die neue Moschee in der Maxhüttenstraße in Regensburgs Stadtosten aussehen. Auf der Grafik ist auch ein Minarett vorgesehen. (Foto: Architekturbüro Yilbirt)

Bis März 2019 will DiTiB, der türkische Islam-Verband, ein neues Gotteshaus in Regensburg bauen. Die gelungene Architektur birgt aber auch Sprengkraft: Es ist ein Minarett vorgesehen.

REGENSBURG Die Domstadt wird ein neues Gotteshaus bekommen. Doch in der einst evangelischen Reichsstadt Regensburg, in der die Mehrheit der Bevölkerung dennoch stets katholisch war, haben nicht christliche Kirchen, sondern die Gemeinschaft der Muslime das meiste Wachstum. Deshalb ist es sicherlich auch nicht verwunderlich, dass bald eine neue Moschee gebaut werden soll. Sie ist gelungene Architektur, hat aber auch das erste Minarett der Stadt. Doch einen Gebetsruf soll es wohl nicht geben, heißt es von Seitender DiTiB.

Wie bereits berichtet, ist es dem Regensburger Ableger der „Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion“, türkisch abgekürzt DiTiB, in ihrer Moschee in der Lindnergasse in der Regensburger Altstadt längst zu eng geworden. Am Dienstag soll sich nun der Bauausschuss mit dem Bauantrag des Vereins für eine neue Moschee in der Maxhüttenstraße im Regensburger Stadtosten beschäftigen. Ercüment Baysal war bis vor kurzem Vorsitzender des DiTiB-Vereins in Regensburg, ist bis heute mit dem Neubau befasst. Wörtlich sagte er dem Wochenblatt: „Wir versuchen, noch in diesem Jahr Bewegung in die Sache zu bringen. Bis zum März 2019 müssen wir aus dem Gebäude in der Lindnergasse draußen sein“, so Baysal. Die DiTiB hat das Gebäude in der Lindnergasse verkauft, längst reichten die Räumlichkeiten nicht mehr aus. „Außerdem gibt es dort auch überhaupt keine Parkplätze“, so Baysal. Vor allem auch die Flüchtlingskrise hat dazu geführt, dass immer mehr Menschen in die Moschee kommen. Viele sprechen zwar kein Türkisch, verstehen also die Predigt des Imams in der Lindnergasse gar nicht, „aber sie wissen, wie man betet und deshalb kommen sie zu uns.“

Bis zu 300 Menschen im Gebetsraum

Das Grundstück im Regensburger Stadtosten ist 2.200 Quadratmeter groß. Laut Baysal wolle man zwischen 500 und 600 Quadratmeter bebauen. „Wir bekommen dafür nur Spendengelder“, sagt Baysal, kein Geld vom deutschen Staat oder von der Stadt. Ob sich der türkische Staat über DiTiB an dem Bau beteiligt, ist derzeit unbekannt. DiTiB untersteht „der dauerhaften Leitung, Kontrolle und Aufsicht des staatlichen Präsidiums für religiöse Angelegenheiten der Türkei, welches dem türkischen Ministerpräsidentenamt angegliedert ist“, heißt es über den Religions-Verein auf Wikipedia. Die Imame, die von der Türkei nach Deutschland geschickt werden, sind de Facto türkische Staatsbeamte. Und genau dort setzt die Kritik an: Hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan seine Finger im Spiel?

Für Baysal ist das nicht nur abwegig, der Unternehmer aus Regensburg betont, dass in Deutschland laut Grundgesetz die Religionsfreiheit gilt: „DiTiB ist politisch neutral und wir kommen mit den deutschen Behörden sehr gut klar“, so Baysal. Auch die derzeit tobende Auseinandersetzung zwischen Türken und Kurden durch den Einmarsch der türkischen Truppen in Syrien – mit deutschen Panzern übrigens – hat laut Baysal nichts in der DiTiB-Moschee zu suchen. „Das ist ein Gotteshaus und Politik wollen wir hier nicht“, so Baysal.

Die Pläne sehen vor, neben dem Moschee-Raum für 250 bis 300 Gläubige auch einen Gemeinschaftsraum zu bauen, in dem Veranstaltungen abgehalten werden können. „Auch hier gilt: Wer etwas mit Salafisten zu tun hat, brauch nicht zu uns zu kommen“, so Baysal.


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