26.01.2018, 22:39 Uhr

Dunkelstes Kapitel unserer Geschichte „Holocaust und Euthanasie-Morde dürfen sich niemals wiederholen“

Innenminister Joachim Herrmann hat bei der Gedenkveranstaltung des Bayerischen Landtags und der Stiftung Bayerische Gedenkstätten in Ursberg dazu aufgerufen, die Erinnerung an den Nationalsozialismus wach zu halten. (Foto: Bildarchiv Bayer. Landtag/Poss)Innenminister Joachim Herrmann hat bei der Gedenkveranstaltung des Bayerischen Landtags und der Stiftung Bayerische Gedenkstätten in Ursberg dazu aufgerufen, die Erinnerung an den Nationalsozialismus wach zu halten. (Foto: Bildarchiv Bayer. Landtag/Poss)

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat bei der Gedenkveranstaltung des Bayerischen Landtags und der Stiftung Bayerische Gedenkstätten in Ursberg, an der er in Vertretung des Bayerischen Ministerpräsidenten teilnahm, dazu aufgerufen, die Erinnerung an den Nationalsozialismus wach zu halten: „Wir dürfen das dunkelste Kapitel unserer Geschichte niemals vergessen. Das unvorstellbare Unheil des Holocausts und der Euthanasie-Morde dürfen sich in Deutschland niemals wiederholen.“

BAYERN Mit Blick auf die mehr als 5,6 Millionen Opfer des Holocaust und die mehr als 300.000 Opfer der Euthanasie-Morde, an die bei der Veranstaltung im schwäbischen Ursberg besonders gedacht wurde, bezeichnete Herrmann die Erinnerung als eine bleibende Aufgabe. „Mit unserem Gedenkakt können wir nicht wiedergutmachen, welch unsagbares Leid diesen Menschen zugefügt wurde. Aber wir setzen damit ein sichtbares Zeichen im Umgang mit unserer Geschichte und halten die Erinnerung daran wach. Vielmehr noch: Wir müssen uns unserer Vergangenheit stellen, damit sich dieses unvorstellbare Unheil nicht wiederholen kann.“ Das christliche Gebot der Nächstenliebe und der Respekt verpflichten uns zur Inklusion Behinderter in unserem Alltagsleben. So wie es das Dominikus Ringeisen Werk in Ursberg vorbildlich vorlebt, das heute mehr als 5.000 Menschen mit Assistenzbedarf betreut, und das ein Lebensrecht für alle Menschen in seinem Leitsatz „Jeder Mensch ist kostbar“ formuliert habe.

Gleichzeitig betonte der Innenminister am Rande des Gedenkakts: „Hass und Gewalt haben in unserem Land nichts zu suchen. Wer jüdische Mitbürger bedroht, stelle sich gegen Demokratie und Freiheit, er bedroht uns letztlich alle.“ Rechtsradikales Gedankengut darf nach Herrmanns Worten daher keinerlei Platz in Deutschland finden. Eine ebenso klare Absage erteilte Herrmann dem verbrämten Antisemitismus von linksextremer Seite. Außerdem dürfe man nicht zulassen, dass muslimische Migranten Hass gegen Juden ungehindert mit nach Deutschland bringen. „Das Credo aller demokratischen Kräfte in unserem Land muss jetzt und weiterhin lauten: Nie wieder! Deutschland ist eine wehrhafte Demokratie – wachsam und entschlossen.“


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