11.01.2018, 08:06 Uhr

Jugendämter Zweifel am Geburtsdatum bei minderjährigen Flüchtlingen

(Foto: Fraunhofer IBMT)(Foto: Fraunhofer IBMT)

Eigentlich müsste die Wahrscheinlichkeit, am 1. Januar geboren zu sein, 1:365 betragen. Denn so viele Tage hat das Jahr. Doch der Mensch ist eben doch ein Teil der Natur, und die sorgt dafür, dass man sich im Winter gerne miteinander vergnügt – und im September eben mehr Kinder geboren werden. Doch von 119 Minderjährigen haben allein in Regensburg 21 am 1. Januar Geburtstag.

REGENSBURG Und doch ist es seltsam: Ein nicht unerheblicher Anteil von Flüchtlingen haben angegeben, am 1. Januar Geburtstag zu haben. Gerade bei den sogenannten unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen lässt das nun Zweifel aufkommen: Sind sie wirklich minderjährig? Oder doch älter?

Auch Stadt und Landkreis Regensburg müssen sich um eine erhebliche Zahl von sogenannten minderjährigen unbegleiteten Flüchtlingen kümmern. Doch derzeit gibt es Zweifel daran, dass alle als minderjährig eingestuften Flüchtlinge wirklich ihr tatsächliches Alter angegeben haben. Zudem haben mehrere Kriminalfälle eine Debatte entfacht, ob der Staat sich etwas vormachen lässt. Beim mutmaßlichen Mörder von Kandel, einem angeblich 15-jährigen Afghanen, der seine Ex-Freundin erstochen hat, gibt es Zweifel. Und auch der mutmaßliche Mörder einer Studentin in Freiburg gab sich als 17-jährig aus, die Staatsanwaltschaft hält ihn für mindestens 22 Jahre alt. Und auch in Regensburg dürfte es zumindest bei einem Teil der unbegleiteten Minderjährigen Zweifel an ihrem Alter geben.

Schon die Zahlen im Landkreis machen stutzig. Derzeit betreut man 113 dieser jungen Menschen. Davon haben aber 16 am 1. Januar Geburtstag. Statistisch dürften es aber höchstens einer, vielleicht zwei sein. Zufall? Derzeit prüfen die Behörden medizinisch jedenfalls nur selten das tatsächliche Alter. Ein Sprecher des Landratsamtes: „In bisher einem Fall hat ein als volljährig eingestufter Flüchtling Widerspruch gegen die vorgenommene Alterseinschätzung eingelegt“, heißt es. „So wurde dann eine medizinische Untersuchung des Handwurzelknochens mittels Röntgen durchgeführt.“ Das Ergebnis teilt man nicht mit, wohl aus Datenschutz-Gründen. Auch in der Stadt Regensburg ist die Zahl derjenigen minderjährigen unbegleiteten Flüchtlingen, die am 1. Januar Geburtstag haben, auffällig hoch: 21 von 119 sind es.

Gesundheitsgründe nennen nun Gegner der umfassenden medizinischen Untersuchung von angeblich minderjährigen unbegleiteten Flüchtligen. Röntgen sei ein Eingriff, das verstoße gegen das Recht auf körperliche Unversehrtheit. Nun, das renommierte Fraunhofer-Institut hat ein Ultraschall-Gerät entwickelt, mit dem man mobil und völlig unkompliziert minderjährige Opfer von Menschenhändlern identifizieren kann. Das Verfahren sei völlig ungefährlich.