20.12.2017, 10:32 Uhr

Versöhnliche Töne Lösung für die Mühleninsel in Sicht – Mauer soll gesichert werden

(Foto: Christian Eckl)(Foto: Christian Eckl)

Die nördliche Stützmauer der Mühleninsel, nach einer der Familien auch Gareis-Insel genannt, ist nicht mehr standsicher. Nach anfänglichen Schwierigkeiten zwischen den bisherigen Nutzern auf der einen und dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Regensburg als Grundstückseigentümer auf der anderen Seite zeichnet sich jetzt eine Lösung ab.

REGENSBURG Gleichzeitig plant das Wasserwirtschaftsamt (WWA) Regensburg zusammen mit der Stadt Regensburg unabhängig davon, den technischen Hochwasserschutz an den Gebäuden zu verbessern. In den kommenden Monaten sollen für beide Maßnahmen Pläne ausgearbeitet und im Rahmen weiterer Runden Tische diskutiert werden.

Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer hatte den Runden Tisch nach dem erfolgreichen Vorbild der Schillerwiesen angeregt. Dort war 2014 nach Gehölzpflegemaßnahmen am Donau-Damm eine Lösung gefunden worden, die den innerstädtischen Park sogar noch aufgewertet hat. Am Runden Tisch zur Mühleninsel wurde jetzt ebenfalls vereinbart, eine Lösung zu finden, mit der sich alle Beteiligten anfreunden können – neben der Stadt und dem WSA auch das Landesamt für Denkmalpflege, der Anglerbund und der Verein „DoNaReA“ sowie die Anwohner.

Schnell wurden die ursprünglichen Überlegungen relativiert, die Insel oder zumindest einen Teil abzutragen um den Druck von der historischen Quadermauer am Mühlkanal zu nehmen. Rolf Diesler, Leiter des WSA Regensburg, entschuldigte sich für die Irritationen, die durch das bisherige Vorgehen bei den Nutzern entstanden sind, sie hatten mit Wirkung zum 1. Januar 2018 die Kündigung ihrer Pachtverträge erhalten und dürfen die Insel nicht mehr betreten. Die Stützmauer hat sich laut Diesler so stark geneigt, dass sie akut einsturzgefährdet ist. Diese Tatsache besteht weiterhin, wohl aber ist der Ton auf beiden Seiten milder geworden.

In einem ersten Schritt soll die Mauer jetzt gesichert werden, damit von ihr keine Gefahr mehr ausgeht. Die Insel darf danach auch wieder betreten werden. Im Gegenzug darf das WWA die Häuser untersuchen, um die Arbeiten für den Hochwasserschutz vorzubereiten. Wie die Mauer und damit die Insel letztendlich gesichert wird, soll untersucht werden. Eine Idee war, den Mühlkanal für die Dauer der Arbeiten sowohl für den Hochwasserschutz als auch für die Wiederherstellung der Standsicherheit komplett zu verfüllen. Rolf Diesler freute sich über diese Idee: „Genau so müssen wir denken, um unkonventionelle Ansätze und damit die beste Lösung zu finden.“ Auch Bürgermeisterin Maltz-Schwarzfischer ist zufrieden mit dem Verlauf der ersten Gespräche: „Mir war es wichtig, dass man zukünftig miteinander nicht übereinander spricht, und wir gemeinsam nach konstruktiven Lösungen suchen. Zudem war es mir seit Beginn der Gespräche über die Mühleninsel ein Anliegen, dass dieses so besondere und stadtbildprägende Ensemble erhalten bleibt.“Die Mühleninsel liegt direkt gegenüber der historischen Wurstkuchl, unterhalb der Steinernen Brücke, im Herzen des Weltkulturerbes Regens-burg und ist beliebtes Fotomotiv. 24 Vertreterinnen und Vertreter der drei Familien und der Fachleute waren am Freitag den 24. November an den Runden Tisch im WSA gekommen.


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