16.12.2017, 06:00 Uhr

Exklusiv-Interview in der MZ Joachim Wolbergs über den Tag der Verhaftung – „der Tag, der mein Leben weitestgehend zerstört hat“

(Foto: Michael Hopper)(Foto: Michael Hopper)

Der suspendierte Regensburger Oberbürgermeister Joachim Wolbergs hat sich erstmals in einem ausführlichen Interview zu Wort gemeldet. Mit der Mittelbayerischen Zeitung (Regensburg) sprach der SPD-Politiker, der unter anderem wegen Bestechlichkeit angeklagt ist, über seine Verhaftung, die Wochen im Gefängnis und über die Zeit danach.

REGENSBURG Vorwürfe machte Wolbergs den ermittelnden Staatsanwälten: „Ich habe am 18. Januar (der Tag der Verhaftung; die Redaktion) das Vertrauen in die für mich zuständige Staatsanwaltschaft verloren. Ich hatte zuvor die Ermittlungsmethoden kritisiert, weil Zeugen wie Beschuldigte behandelt worden sind, weil es bodenlos unverhältnismäßige Durchsuchungen bei städtischen Mitarbeitern auch privat gegeben hat, die auch vor den Kloschüsseln nicht halt machten. Aber ich hatte Vertrauen. Seit dem 18. Januar glaube ich, dass die zuständigen Staatsanwälte nicht eine Sekunde in Richtung Unschuld ermittelt haben.“ Der Tag der Verhaftung sei „der Tag, der mein Leben weitestgehend zerstört hat“. „Ich kann seitdem zum Beispiel nicht mehr zu meinem Auto gehen, ohne zu schauen, welche Autos drumherum stehen und ob da jemand auf mich wartet. Das war eine Schocksituation, die ich bis heute nicht verarbeitet habe“, sagte Wolbergs.

Bislang hatte sich der suspendierte Regensburger Oberbürgermeister nur einmal in einem TV-Spot zu den Ermittlungen und den Vorwürfen gegen ihn geäußert. Ob und wann es zu einem Prozess gegen Wolbergs kommt, ist bislang nicht bekannt. Das Landgericht Regensburg wird erst im neuen Jahr darüber entscheiden.

Hier geht‘s zum Interview: www.mittelbayerische.de


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