08.12.2017, 07:53 Uhr

Stadthalle Visionen statt ewigem Hin und Her – liefert endlich für das Tor zum Welterbe Regensburg!


Warum muss man eine neue Stadthalle denn neu bauen? Der Politik fehlt es an Visionen, wie man das Areal am Ernst-Reuter-Platz nutzt, ohne Bäume zu fällen.

REGENSBURG Viele Bürger sind ratlos: Seit Jahrzehnten versucht die Politik, in Regensburg eine Stadthalle zu bauen. Jüngst hat man die Bürger gefragt, aber auch nicht wirklich – gegen eine Stadthalle am Ernst-Reuter-Platz konnte man bei der 350.000 Euro teuren Befragung nicht votieren. Doch muss man eine Stadthalle wirklich für viele Millionen Euro neu bauen? Nicht unbedingt!

So ziemlich alle sind sich einig in Regensburg: So, wie der Ernst-Reuter-Platz im Moment aussieht, kann er nicht bleiben! Für viele ist das wuchtige Studentenwohnheim ein Graus. Der erste Reflex: Das Gebäude muss weg. Fakt ist aber: Wer das will, der riskiert, dass so ziemlich jeder Baum in der Albertstraße für die Stadthalle gefällt werden muss.

In einem aufwendigen Ideenwettbewerb haben viele Bürger und Architekten ihre Vorschläge eingebracht.

Einer dieser Vorschläge sieht vor, das Gebäude des sogenannten Wirsing-Baus einfach zu erhalten! Der Umgriff ist groß. Dort, wo heute Ladeneinheiten sind, könnte man aufregende neue Ideen verwirklichen. Architektonisch erinnert das Gebäude an den sogenannten Brutalismus. Die Betonklötze der 70er Jahre sind nicht mehr in Mode. Doch man wird an der Stelle nie wieder so hoch bauen dürfen, ohne beispielsweise das Unesco-Gremium Icomos um Rat zu fragen – und die werden einen solchen Tower mit Sicherheit ablehnen.

Doch moderne Architektur bringt es fertig, wahre Wunder zu vollziehen, wenn es um die Neugestaltung von Fassaden geht. Wer schon einmal im Wirsing-Gebäude war, kennt etwa die atemberaubende Aussicht vom obersten Stockwerk. Hier könnte man eine Plattform einrichten, die für Besucher der Stadt, aber auch für die Bürger kostenlos wäre.

Auch eine neue Tiefgarage an der Stelle ist heikel – vielmehr könnte man diese einfach an den Bahnhofs-Vorplatz verlegen, den Ausgang zur Maxstraße hin ausrichten und damit nicht nur viel Platz für Autos, sondern vielleicht sogar für eine dringend benötigte Fahrrad-Garage schaffen. Und statt Grün zu vernichten, indem man alte Bäume fällt, wäre sogar eine aufregende Neugestaltung mit mehr Grün verbunden, wenn man mutig ist: In Frankfurt beispielsweise plant ein Architekturbüro bereits ein Hochhaus mit „hängenden Gärten“. Diese Form der Fassadengestaltung wirkt wie eine grüne Lunge am Eingang zur Altstadt. Statt viele Jahre über eine Stadthalle zu diskutieren, könnte man bald mit dem Umbau beginnen.


0 Kommentare