02.01.2020, 11:13 Uhr

Rekordjahr 55 Millionen Euro für die Städtebauförderung in Niederbayern

Aus der Vogelperspektive ist der bereits fertiggestellte Marktplatzbereich und die im Oktober 2019 noch laufenden Baumaßnahmen in nördlicher Richtung zu erkennen. (Foto: Kerscher/Markt Gangkofen)Aus der Vogelperspektive ist der bereits fertiggestellte Marktplatzbereich und die im Oktober 2019 noch laufenden Baumaßnahmen in nördlicher Richtung zu erkennen. (Foto: Kerscher/Markt Gangkofen)

Rekordjahr in der niederbayerischen Städtebauförderung: 55 Millionen Euro konnten im Jahr 2019 ganz gezielt in die Stärkung der Innenstädte und Ortskerne investiert werden.

ROTTAL-INN Entsprechend zufrieden zeigte sich Regierungspräsident Rainer Haselbeck bei seiner traditionellen Jahresbilanz. Gleichzeitig rief er zu weiteren Anstrengungen auf. Haselbeck: „Das Zukunftsmotto heißt `Innen statt Außen`! Die Städtebauförderung ist das perfekte Instrument, um unsere Innenstädte attraktiv und lebenswert zu gestalten. Zugleich nehmen wir damit Siedlungsdruck von den Außenbereichen und leisten einen wichtigen Beitrag zum Erhalt unserer Landschaften.“

Schon in den vergangenen Jahren hatten sich EU, Bund und Freistaat großzügig gezeigt und den Städten und Gemeinden in Niederbayern große Investitionen in allen Städtebauförderungsprogrammen ermöglicht. Mit allein fast 38 Millionen Euro Fördermitteln aus den Kassen des Freistaats konnten die Rekordwerte der letzten Jahre nochmals erhöht werden. Viele Städte und Gemeinden haben die günstigen Rahmenbedingungen bereits genutzt und wichtige Projekte zur Stärkung ihrer Ortsmitten vorangebracht.

Ein gelungenes Beispiel der Städtebauförderung 2019 aus dem Landkreis Rottal-Inn ist die umfangreiche Neugestaltung des Marktplatzes in Gangkofen. Die Ortsdurchfahrt von Gangkofen über den Marktplatz wurde bereits Ende der 1980er Jahre saniert. Dem seitdem stark angestiegenen Schwerlastverkehr hielt das Kleinsteinpflaster nun nicht mehr ausreichend stand. Nicht nur der Fahrbahnbelag, sondern auch die angrenzenden Parkbereiche bis zu den Gehwegen wurden nun umfangreich ertüchtigt.

In nur rund sechs Monaten Bauzeit ist es gelungen, den Marktplatz heutigen Anforderungen anzupassen und gleichzeitig das Ortsbild im Zentrum deutlich aufzuwerten. Weniger Barrieren für Fußgänger, ein neues Granit- Großsteinpflaster und leistungsfähigere Entwässerungsanlagen kennzeichnen die wesentlichen funktionellen Verbesserungen.

Neben der Städtebauförderung setzt sich die Gesamtfinanzierung der Baumaßnahme aus den Mitteln des Freistaats Bayern für den Straßenbau, des Landkreises Rottal-Inn und des Marktes Gangkofen zusammen. Die Gesamtkosten für die Neugestaltung des Marktplatzes in Gangkofen betragen rund 1,8 Millionen Euro. Davon erhält der Markt Gangkofen aus dem Bayerischen Städtebauförderungsprogramm einen Zuschuss in Höhe von rund 1 Million Euro.

2020 wird sich in der Städtebauförderung Einiges ändern. Bund und Länder haben in langen Verhandlungen beschlossen, die zuletzt sieben Bund-Länder- Städtebauförderungsprogramme in künftig nur noch drei Programme zusammenzuführen: „Lebendige Zentren, Sozialer Zusammenhalt sowie Wachstum und nachhaltige Erneuerung“. Für Maßnahmen des städtebaulichen Denkmalschutzes und für interkommunale Kooperationen soll es in allen neuen Programmen verbesserte Fördermöglichkeiten geben.

Klimaschutz und Klimaanpassung sowie die Grünausstattung von Städten und Gemeinden erhalten einen besonderen Stellenwert. Städte und Gemeinden sowie vor allem die Mitarbeiter an der Bewilligungsstelle der Regierung werden deshalb in nächster Zeit stark gefordert sein, neben der Weiterführung der Projekte diesen Übergang abzuwickeln. „Wir hoffen alle“, so der Regierungspräsident, „dass sich diese erneute Mehrbelastung für alle Beteiligten mittelfristig auszahlt, weil damit Förderkonditionen verbessert und durch weniger Programme generell der Verwaltungsaufwand reduziert werden kann.“


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