10.11.2019, 11:41 Uhr

Infoabend Startschuss für Nachbarschaftshilfe in Ering am Inn

V. li.: Bürgermeister Hans Wagmann, Referent Gero Wieschollek, Seniorenbeauftragte Angela Hiefinger, Geschäftsstellenleiter Andreas Tweraser, Nachbarschaftshilfe-Koordinatorin Elisabeth Reichenbacher und Landkreis-Seniorenbeauftragte Ursula Müller. (Foto: Walter Geiring)V. li.: Bürgermeister Hans Wagmann, Referent Gero Wieschollek, Seniorenbeauftragte Angela Hiefinger, Geschäftsstellenleiter Andreas Tweraser, Nachbarschaftshilfe-Koordinatorin Elisabeth Reichenbacher und Landkreis-Seniorenbeauftragte Ursula Müller. (Foto: Walter Geiring)

Im Rahmen eines Informationsabends wurde der Startschuss für die „Nachbarschaftshilfe Ering Miteinander - Füreinander - Mia helf ma zam“ offiziell bekannt gegeben.

ERING AM INN Zu diesem Anlass trafen sich zahlreiche Gemeindebürger im Rathaus, um die neuesten Infos aus erster Hand zu erfahren. Als Referenten konnten an dem Abend Gero Wieschollek, Berater der Gemeinde bei dem Projekt, und Seniorenbeauftragte Ursula Müller vom Landratsamt Rottal-Inn begrüßt werden. Bürgermeister Hans Wagmann erinnert in seiner Begrüßung, dass man sich vor einiger Zeit schon einmal mit dem Thema befasst hatte, nun aber endgültig der Startschuss erfolgt und das Vorhaben in die Tat umgesetzt wird.

Seit September 2019 wird nun intensiv eine Nachbarschaftshilfe aufgebaut. Als Anschubhilfe dient das Programm „Marktplatz der Generationen“ des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales. Dieses Programm soll helfen, die Lebensbedingungen in kleinen, ländlich strukturierten Gemeinden so zu gestalten, dass sie den Bedürfnissen und Wünschen älterer Menschen entsprechen und damit letztlich allen Bürgern Rechnung tragen. Nun können sich die Organisatoren auf einen Zuschuss in Höhe von 10.000 Euro freuen, der vom Staatsministerium anteilsmäßig für drei Jahre für die Aufbaukosten gewährt wird. Hier geht es unter anderem um die Einrichtung von Email, Logo-Erstellung, Flyer, Telefon- und Personalkosten sowie Fahrtkosten.

Seit rund zehn Jahren beschäftigt sich Referent Gero Wieschollek mit dem Thema und erläuterte anschließend in seinem Vortrag, was Nachbarschaftshilfe macht und was nicht. „Nachbarschaftshilfe macht das, was Nachbarn auch tun würden und ergänzt bestehende Dienste aber ersetzt sie nicht“, erklärte Wieschollek. Als großen Pluspunkt bezeichnete er, dass es nun mit Elisabeth Reichenbacher eine Person in der Gemeindeverwaltung gibt, die sich offiziell um die Nachbarschaftshilfe kümmern kann. Anschließend hatte Reichenbacher selbst die Möglichkeit, sich vorzustellen.

Seit 2010 war sie in der Gemeinde Stubenberg im Archiv beschäftigt und übernahm später auch Aufgaben für den Eringer Gemeindebereich. Die ehrenamtliche Hospizbegleiterin besuchte auch Schulungen im Simbacher Altenheim. Nach ihrer Elternzeit konnte sie nun mit der Planung und Umsetzung der Nachbarschaftshilfe in Ering beginnen, da es ihr ein großes Anliegen ist, Hilfsbedürftige den Alltag zu erleichtern. Künftig wird die Koordinatorin die Einsätze in der Gemeinde leiten und immer montags und donnerstags von 9 bis 11 Uhr zu erreichen sein. Das neue Logo für die Nachbarschaftshilfe hatte Veronika Zunner-Fadhli nach Vorgaben entworfen. Es zeigt zwei Häuser, über die eine lachende Sonne scheint.

„Ich finde, dass ist ein sehr positives Bild für unsere Nachbarschaftshilfe“, freute sich Reichenbacher bei der Vorstellung. Jetzt hofft die Leiterin auf viele Mitmacher, damit vielseitige Hilfen angeboten werden können und auch entsprechende Helfer vorhanden sind. „Meist ist es sehr schön, wenn man durch seine geschenkte Zeit für andere da ist und Hilfe geben kann. Es entsteht oft ein Vertrauensverhältnis und es gibt ein positives Gefühl zurück“, ergänzt die neue Koordinatorin, die seit drei Jahren mit ihrer Familie in Ering lebt.

Wie Nachbarschaftshilfen im Landkreis aufgestellt sein können, erläuterte im Anschluss Seniorenbeauftragte Ursula Müller vom Landratsam Rottal-Inn. Dass die Eringer bereits in der Vergangenheit die „Kultur des Helfens“ unter Beweis stellen konnten, war laut Müller bereits bei der Flüchtlingskrise der Fall. „Nun freut es mich, das diese Nachbarschaftshilfe weitergeführt werden soll. Vor der Zusage des Förderprogramm durften wir nicht mit der Nachbarschaftshilfe beginnen, was natürlich dann auch zu der Verzögerung führte“, ergänzt Müller. Während in Ering eine Hauptamtliche die Ehrenamtlichen begleitet, ist es in anderen Gemeinden des Landkreises oft ein loser Verbund mit ehrenamtlichen Helfern. Begleitet werden die Hilfseinrichtungen für die Bedürftigen noch durch die „Pack ma’s“-Freiwilligen-Agentur der Hans-Lindner-Stiftung.

„Was macht eine Nachbarschaftshilfe, damit keine Missverständnisse aufkommen?“ Diese Frage, die in mehrere Punkte untergliedert wurde, konnte Gemeindeberater Wieschollek beantworten. Er nannte die Eckpunkte einer Nachbarschaftshilfe, die neben Besuchsdiensten, hauswirtschaftlichen Tätigkeiten, Einkaufsservice sowie Bring- und Abholdienste auch Unterstützung bei Behördenangelegenheiten vorsieht. Allerdings wies er eindeutig darauf hin, dass die Tätigkeiten keine gewerblichen Charakter haben dürfen. Zudem müssen sämtliche Hilfeleistungen über die Koordinationsstelle im Rathaus angemeldet werden, hier erfolgt auch die Zuteilung der Hilfsdienste.

Zunächst gilt es aber möglichst viele Bürger aus Ering und der Region für die Idee zu begeistern, die ihre Hilfe ehrenamtliche anbieten. Wichtig sei es aber auch, dass sich die Hilfesuchenden melden und sich nicht vor Scham dem neuen Projekt verschließen, denn nur so kann für beide Seite eine befriedigende Situation erreicht werden. Vorgeschlagen wurde nun ein erstes Helfertreffen, das im Vereinsraum im Rathaus am Mittwoch, 13. November, um 19 Uhr stattfinden soll. Hier gibt es dann alle weiteren Informationen durch Elisabeth Reichenbacher zum Thema Eringer Nachbarschaftshilfe. Unter den Gästen waren auch Seniorenbeauftragter Gerhard Schacherbauer, zweiter Bürgermeister Heinrich Siebzehnrübl sowie Alt-Bürgermeister Karl Schacherbauer.


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