16.11.2018, 14:16 Uhr

IHK-Atlas zeigt In zwei Dritteln der Gemeinden schaut es mit der Nahversorgung gut aus

Der Nahversorgungsatlas der IHK zeigt für den Landkreis Rottal-In: Mit etwa 71 Prozent verfügen gut zwei Drittel der Gemeinden im Landkreis über eine gute bis sehr gute Nahversorgung. (Foto: IHK Niederbayern)Der Nahversorgungsatlas der IHK zeigt für den Landkreis Rottal-In: Mit etwa 71 Prozent verfügen gut zwei Drittel der Gemeinden im Landkreis über eine gute bis sehr gute Nahversorgung. (Foto: IHK Niederbayern)

Der Nahversorgungsatlas der IHK zeigt auf: Ein Konzentrationsprozess ist spürbar, dennoch ist das Einkaufen auf relativ kurzen Wegen weiterhin möglich.

ROTTAL-INN Lebensmittel, Getränke, Drogerieartikel – solche Waren des täglichen Bedarfs zählen zur so genannten „Nahversorgung“. Durch ein verändertes Einkaufs- und Konsumverhalten sind die entsprechenden Strukturen vor Ort in Bewegung – auch im Landkreis Rottal-Inn. Anschaulich zeigt das der jetzt erschienene „Nahversorgungsatlas“ der IHK Niederbayern. Zentrales Ergebnis für den Raum Rottal-Inn: Ein Konzentrationsprozess ist spürbar, dennoch ist das Einkaufen auf relativ kurzen Wegen weiterhin möglich.

Mit etwa 71 Prozent verfügen gut zwei Drittel der Gemeinden im Landkreis über eine gute bis sehr gute Nahversorgung. Auch in Niederbayern insgesamt liegt der Wert bei rund 70 Prozent.

Grundlage des Nahversorgungsatlas ist eine Umfrage unter den Bürgermeistern der 228 Gemeinden im IHK-Bezirk Niederbayern – mit Ausnahme von kreisfreien Städten und Oberzentren, deren Versorgung ohnehin als gut eingeschätzt werden kann.

Erfasst wurde jeweils die Verfügbarkeit der unterschiedlichen Geschäftskategorien vor Ort, von Supermärkten und Discountern über mobile Verkaufswägen, Metzger und Bäcker bis hin zu Drogeriemärkten oder Tankstellenshops.

Im Landkreis Rottal-Inn sieht das Ergebnis so aus: Von den insgesamt 31 Gemeinden liegen acht Gemeinden im „dunkelgrünen Bereich“, der in der Karte entsprechend gekennzeichnet ist – das bedeutet dank einer Vielfalt an unterschiedlichen Geschäftskategorien eine breite und damit sehr gute Nahversorgungsstruktur. Weitere 14 Kommunen weisen vier bis sechs Kategorien auf. Sieben Gemeinden haben hingegen eine enge, zwei eine sehr enge Versorgungsstruktur.

Die Erklärung: Diese Gemeinden liegen häufig in direkter Nachbarschaft zu anderen Orten, die im täglichen Bedarf viel Kaufkraft an sich ziehen. Weiter aufgeschlüsselt wird dieses Ergebnis durch den Blick auf die einzelnen Nahversorgungskategorien. Beispielsweise verfügen im Landkreis Rottal-Inn 65 Prozent der Gemeinden über einen zumindest kleinen Supermarkt beziehungsweise Dorfladen, 48 über einen größeren und 29 Prozent über einen Discounter. Überdurchschnittlich im Niederbayernvergleich ist der Wert für Bäcker mit 90 Prozent, während die Metzger mit 77 Prozent noch nah sind, aber doch bereits unterdurchschnittlich oft vertreten.

Nicht nur die aktuelle Situation wurde abgefragt, sondern ebenso die Entwicklung über die vergangenen zehn Jahre hinweg. Im Landkreis Rottal-Inn beurteilt knapp die Hälfte der Bürgermeister die Entwicklung der Nahversorgung als gleichbleibend, für rund 16 Prozent hat sie sich verbessert und 37 Prozent sehen eine Verschlechterung. Die Erwartungen für die nächsten zehn Jahre stehen auf Stabilisierung. 65 Prozent erwarten eine gleichbleibende Nahversorgung, 16 Prozent eine Verbesserung. 19 Prozent sind hingegen pessimistisch.

„Die Realität der Nahversorgung ist komplexer, als es die vorliegende Untersuchung darstellen kann. Aber der Nahversorgungsatlas schafft ein objektiveres Bild und erlaubt, langfristige Tendenzen zu erkennen. Er ist damit ein wertvolles Instrument für die Entscheidungsträger vor Ort, wenn es beispielsweise um Geschäftserweiterungen oder Neuansiedlungen geht“, ist sich Peter Glas sicher, der Vorsitzende des IHK-Gremiums Rottal-Inn.

Eine wichtige Erkenntnis aus der Untersuchung ist für den Gremiumsvorsitzenden, die Nahversorgung noch stärker zu fördern und die Vielfalt vor Ort zu bewahren: „Wenn die verbrauchernahen Versorgungsstrukturen ausgedünnt werden, sinkt nicht nur die Lebensqualität für die Bewohner, sondern auch die Attraktivität von Städten und Gemeinden“, meint Glas und stellt gleichzeitig klar: „Rechteckige, für Investoren praktische Gebäudelösungen auf der grünen Wiese sind in der Regel nicht förderlich für die Ortsentwicklung.“


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