18.12.2019, 15:20 Uhr

Gemeinsamer Verkehrsverbund Freistaat schiebt ÖPNV-Initiative im Bayerwald an

(Foto: stmb)(Foto: stmb)

Bis zu 2,8 Millionen Euro-Investition in Grundlagenstudie - 520.000 Menschen könnten von Verbundvorteilen profitieren

PASSAU/MÜNCHEN Der Freistaat Bayern unterstützt die Landkreise Deggendorf, Freyung-Grafenau, Passau, Regen und die kreisfreie Stadt Passau auf dem Weg zur Gründung eines Verkehrsverbundes im Bayerwald. Eine Studie, die prüfen soll, ob ein solcher Verbund verkehrlich und wirtschaftlich sinnvoll wäre, fördert der Freistaat mit knapp 90 Prozent der Kosten, insgesamt bis zu 2,8 Millionen Euro. Bayerns Verkehrsminister Dr. Hans Reichhart: „Gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt und Land bedeuten auch eine flächendeckende Versorgung Bayerns mit Verkehrs- und Tarifverbünden. Deshalb unterstützen wir die niederbayerischen Kommunen mit einer kraftvollen Förderung auf dem Weg zu einem gemeinsamen Verbund. Damit wollen wir im ländlichen Raum eine attraktive Alternative zum Auto schaffen.“

Mit der Grundlagenstudie wird geprüft, ob der Verbund für die jeweiligen Kommunen aus verkehrlicher und wirtschaftlicher Sicht sinnvoll ist. Außerdem werden in ihrem Rahmen realistische Kostenprognosen und Zeitpläne erstellt. Die Region hat bereits umfangreiche Arbeiten, unter anderem zu einem gemeinsamen Tarif für den Busverkehr im Bayerischen Wald, durchgeführt. Die nun zu fördernde Grundlagenstudie wird die vorliegenden Ergebnisse der verschiedenen Studien im Verkehrsbereich in der Region einbeziehen und auf ihnen aufbauen. Für den Landkreis Regen wird zudem eine Überlappung zur Verkehrsgemeinschaft Landkreis Cham (VLC) geprüft. Mit den Ergebnissen der Studie ist im Jahr 2022 zu rechnen.

Sollten sich nach Abschluss der Studie alle untersuchten Kommunen zu einer Verbundgründung entschließen, entstünde laut Verkehrsminister Reichhart der erste leistungsfähige Verkehrs- und Tarifverbund Niederbayerns, der Bus und Bahn vollständig integriert: „520.000 Einwohner könnten dann von den Verbundvorteilen wie einheitlichen Tickets und einheitlichen Preisen profitieren“, so Reichhart. Über einen Beitritt entscheiden auf Grundlage der Studie allein die Kommunen. Wenn die Studie ein positives Ergebnis liefert, stellt der Freistaat ihnen eine Förderung auch für Einmalkosten der Verbundintegration und Dauerlasten auf der Bahn in Aussicht.

Erst vor kurzem hatte Reichhart Förderbescheide für Grundlagenstudien an verschiedene Kommunen in Ober- und Niederbayern, Unter- und Oberfranken sowie der Oberpfalz übergeben, die einen Beitritt zum Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) bzw. zum Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) und Verkehrsverbund Mainfranken (VVM) prüfen lassen wollen. Ziel des Freistaats ist es, nach und nach alle Landkreise und kreisfreien Städte in Bayern einem Verkehrs- und Tarifverbund anzugliedern.


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