06.10.2018, 10:36 Uhr

Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik Spitzenposition Bayerns im Interesse des Passauer Landes halten

Landrat Franz Meyer. (Foto: Landratsamt Passau)Landrat Franz Meyer. (Foto: Landratsamt Passau)

Die bayerischen Unternehmen sind in einer hervorragenden Verfassung und stehen national und international an der Spitze. Dies betonte Landrat Franz Meyer in seiner Bilanz seiner Firmenbesuche in der Region wie auch in Gesprächen mit Vertretern der bayerischen Wirtschaft und des Handwerks.

PASSAU Der Landkreis Passau hat derzeit mit 2,4 Prozent Arbeitslosigkeit einer der niedrigsten Werte seit 50 Jahren und man kann von Vollbeschäftigung sprechen. Damit hat Bayern mit Abstand die niedrigste Arbeitslosenquote aller Länder in Deutschland. 

In diesem Zusammenhang weist Landrat Franz Meyer auch darauf hin, dass Bayern einwohnermäßig weiter wächst. Im Saldo sind es fast eine dreiviertel Million Menschen, die es in den letzten 25 Jahren aus den übrigen Bundesländern nach Bayern gezogen hat – mehr als in jedes andere Bundesland. Die Bevölkerung von Bayern ist seit 1987 um 17,8 Prozent gewachsen. Von 10,9 Millionen Einwohnern auf nun aktuell 13 Mio. Einwohnern im Dezember 2015. 

In diesem Zusammenhang betonte der Landrat, dass auch der Landkreis Passau zu den wachsenden Landkreisen innerhalb Bayerns gehört. Seit 1972, seit der Landkreisreform, ist der Landkreis Passau um 40.000 Einwohner gewachsen und liegt derzeit bei rund 190.000 Einwohnern. Dies ist auch eine Herausforderung für alle 38 Gemeinden. „Ziel unserer Kreispolitik ist es, dass die Menschen und vor allem die junge Generation die Chance zur Arbeit vor Ort haben. Wir müssen die Arbeit zu den Menschen bringen“, betonte der Landkreischef. „Wohnen, Arbeiten und Lernen - für diesen Dreiklang steht auch unsere Politik im Landkreis.“ 

Auch beim Wirtschaftswachstum liegt der Freistaat Bayern ganz vorne. Das zeigt, dass die Standortbedingungen im Freistaat für die Bildungs-und Forschungsinfrastruktur, die Verkehrsinfrastruktur, das hohe Niveau an innerer Sicherheit und die Zusammenarbeit mit den Behörden für die Wirtschaft sehr vorteilhaft sind. Der Landrat erinnerte auch daran, dass ein Leuchtturm im Passauer Land sicher die Universität Passau darstelle. Dazu gehören auch die jüngsten Entscheidungen im Zusammenwirken zwischen Landespolitik und Kommunalpolitik. Franz Meyer erinnerte an das Technologiezentrum Energie in Ruhstorf a.d.Rott, an den Wissenschaftsstandort Hauzenberg sowie an den nun geplanten Campus für Kunststoff in Hutthurm. Außerdem war die Entscheidung der Bayerischen Staatsregierung, eine Landesanstalt für Landwirtschaft in Ruhstorf a.d.Rott zu errichten, ein Quantensprung für die Zukunft für viele junge Menschen in unserer Region. 

Schule, Bildung, Wirtschaft, Handwerk, Landwirtschaft und die weichen Standortfaktoren wie Kultur sind Grundlage einer guten wirtschaftlichen Entwicklung im Passauer Land. „Wir sind auch der Tourismuslandkreis in Bayern“, so der Landrat „und mit 4,6 Millionen Übernachtungen liege der Landkreis Passau immerhin unter den 71 Landkreisen auf Platz 2. Tausende von Mitbürgern verdienen direkt oder indirekt ihr Einkommen auch in der Tourismusbranche“, so Franz Meyer. „Bayernweit sind dies rund 560.000 Menschen.“ 

Eine wichtige Grundlage dafür ist die herrliche Landschaft. Er dankte dabei insbesondere der heimischen Landwirtschaft, die neben der Erzeugung hochwertiger wertvoller Nahrungsmittel auch unsere Landschaft pflegt. „Wir verdanken unserer heimischen Landwirtschaft sehr viel“, so der Landrat, „die auch mit rund 3.000 Betrieben im Landkreis Passau noch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor ist.“ 

Als wichtiger Faktor für eine wirtschaftliche Entwicklung zähle aber auch für viele Familien die Kinderbetreuung. Der staatliche Finanzierungsansatz bei der Kinderbetreuung im Jahre 2017 lag in Bayern bei 54,3 Prozent und damit vor den Bundesländern Rheinland-Pfalz, Niedersachsen, Baden-Württemberg und Hessen. Der Durchschnitt der Flächenländer in Deutschland beträgt 42,4 Prozent. Bayerns Väter sind auch Spitze, wenn es um die Elternzeit geht, betonte der Landrat. 41,7 Prozent der Väter haben für 2014 das Elterngeld in Anspruch genommen. Der Bundesdurchschnitt liegt hier bei 34,2 Prozent. 

Bei seinen Betriebsbesuchen stellt der Landrat jedoch fest, dass überall Fachkräftemangel herrscht. Deshalb ist eine optimale berufliche Bildung eine große Aufgabe für die Zukunft. Die akademische Ausbildung muss mit der beruflichen Ausbildung auf gleicher Augenhöhe in unserer Gesellschaft gesehen werden, mahnt der Landrat an. Deshalb sei es auch wichtig, optimale schulische Voraussetzungen für die berufliche Bildung zu schaffen. Der Neubau der Berufsschule Vilshofen ist damit auch eine Zukunftsentscheidung für junge Menschen, in unsere Region eine optimale Ausbildung in den verschiedensten Berufszweigen zu erhalten. Mit den Berufsschulen in Passau und Vilshofen an der Donau haben wir einen hohen Standard in der beruflichen Bildung. Weiter investieren wird der Landkreis Passau auch in seine schulischen Einrichtungen wie Gymnasien und Real- und Förderschulen. Eine große Herausforderung stellt derzeit die Generalsanierung des Gymnasiums Untergriesbach dar. „Auch die Förderschulen sind wichtige schulische Einrichtungen im Landkreis“, so Meyer. 

Die sehr niedrige Arbeitslosenquote im Landkreis Passau ist auch dadurch bedingt, so der Landrat, dass viele Menschen, die einmal aus unserer Region weggezogen sind, wieder zurückkommen und hier qualifizierte Arbeitsplätze vorfinden. Immerhin liegt der Landkreis Passau nach einer Bertelsmann Stiftung auf Platz 2 unter allen deutschen Landkreisen, was die Rückkehrerquote bedeutet. Ein großartiges Ergebnis, aber auch eine große Wertschätzung für unsere Wirtschaft, des Handwerks wie auch für die regionale Politik. Diese positiven Zahlen unserer Entwicklung auf bayerischer Ebene sind jedoch keine Selbstverständlichkeit. Sie müssen immer auch hart vor Ort und national sowie international erarbeitet werden. Die derzeit globale Instabilität ist eine Gefahr für die Zukunftssicherung und deshalb dürfen wir uns auf den Lorbeeren nicht ausruhen, sondern müssen weiter hart arbeiten, um die Spitzenpositionen zu halten. 

Dazu müssen wir eine Top-Bildung gewährleisten, die Chancen der Digitalisierung in all ihren Facetten nutzen, die Forschung intensivieren und Fachkräfte gewinnen, die Mobilität selbst gestalten, eine vorausschauende Energie- und Klimapolitik betreiben, die solide Finanzpolitik weiterführen, um unseren jungen Menschen wohnortnah und vor Ort qualifizierte Arbeitsplätze anzubieten. Dazu brauchen wir aber bundes- und landesweit politische Rahmenbedingungen, die diese Perspektiven unterstützen und bieten.


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