12.07.2018, 13:42 Uhr

Digitalisierungsgespräch an der Uni „Der Kunst fehlt der Einfluss von Technologie“

Von links: Christoph Götz, Vorsitzender des RCDS, MdL Walter Taubeneder, Dr. Marc Gumpinger und MdL Prof. Dr. Gerhard Waschler. (Foto: Stefanie Starke)Von links: Christoph Götz, Vorsitzender des RCDS, MdL Walter Taubeneder, Dr. Marc Gumpinger und MdL Prof. Dr. Gerhard Waschler. (Foto: Stefanie Starke)

Unter Schirmherrschaft des Rings Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) der Universität Passau haben die Abgeordneten Prof. Dr. Gerhard Waschler und Walter Taubeneder in das International House der Universität Passau geladen.

PASSAU Unter dem Motto „Digitalisierung – Abschied von der Materie“ haben die Abgeordneten hier ihre Reihe an Digitalisierungsgesprächen fortgeführt – mit einem „Stargast“ aus dem Feld der Digitalisierung: Dr. Marc Gumpinger. Der ursprüngliche Software-Entwickler ist seit mittlerweile mehr als 25 Jahren in der High-Tech-Industrie tätig, unter anderem ist er Gründer des Startups Scoreloop, das von der Firma BlackBerry übernommen wurde, und war im Anschluss als Venture Capitalist tätig. Seit einigen Jahren ist Dr. Marc Gumpinger sogenannter Tech-Künstler und berät in seiner Funktion Startups und Investment Fonds. Oder einfach gesagt: „Ich baue mit aufwendiger Software 3D-Welten und male die dann in Öl“, so Gumpinger einleitend und bedauert in diesem Zusammenhang den geringen Einfluss von Technologie in der Kunst – seine Intention als Künstler tätig zu sein.

„Der Blick über den Tellerrand lohnt sich“, so Prof. Dr. Gerhard Waschler bei der Begrüßung der zahlreichen Gäste aus der Wirtschaft und aus dem Feld von Kunst und Kultur. So zählten unter anderem Dr. Alexander Wisspeintner, Geschäftsführer von Micro-Epsilon, der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, Hans Schmidt, Vertreter der Universität Passau um Prof. Dr. Tomas Sauer, dem Lehrstuhlinhaber für Mathematik und Bildung, oder auch Hubert Huber vom Berufsverband Bildender Künstler Niederbayern.

„Digitalisierung oder Entmaterialisierung“

„Die Digitalisierung wird die Arbeit der Zukunft verändern. Es wird keine Massen an Arbeitslosen geben, aber die Berufsfelder werden sich deutlich ändern“, ist Gumpinger überzeugt. Nach seiner Einschätzung werde es einige Ausbildungsberufe nicht mehr geben, dafür wird man Menschen benötigen, die sich mit Algorithmen beschäftigen. „Die Maschinen aus Zeiten der Industrialisierung werden durch Algorithmen, also durch künstliche Intelligenz ersetzt.“ Darauf müsse man sich laut dem Startup-Berater dringend vorbereiten, schließlich habe man bereits viel zu viel Zeit verloren. „Digitalisierung heißt Veränderung und zwar in einer größeren Dimension als man es in der Vergangenheit gewohnt war. Wir haben das schon mal geschafft, deswegen gilt es nun erneut uns die Entwicklungen der Welt zu Nutze zu machen“, betont Dr. Marc Gumpinger weiter und geht im Folgenden auf die zahlreichen Fragestellungen aus dem Auditorium ein.

„Wir schauen und warten ab. Ein großer Luxus, der auf Kosten der nächsten Generation geht. Noch haben wir es in der Hand, ob wir uns von außen steuern lassen oder die riesen Anzahl an Chancen nutzen, die vor uns liegen. Wir müssen es jedoch aktiv anpacken“, schließt der Redner seinen Vortrag, der großen Anklang unter den Zuhörer gefunden hat. Die Abgeordneten danken dem Gast aus München für deinen anregenden Vortrag. „Ein toller Vortrag, der uns die Auswirkungen der Digitalisierung verstehen lässt – vor allem in der Basis. Es war von Beginn an unser Anliegen, ein breites Bewusstsein für die Digitalisierung zu schaffen“, so MdL Walter Taubeneder. Es gehe darum, der Gesellschaft die Digitalisierung nahe zu bringen und direkte Chancen und die Herausforderungen für den Einzelnen aufzuzeigen.


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