05.06.2018, 08:42 Uhr

Landkreis Freyung-Grafenau Viele Fördermöglichkeiten für energetische Sanierungen im Eigenheim

Klimaschutzmanagerin Verena Bauer mit den Energieberatern (v. l.) Walter Schuhmann, Max Baar, Heinrich Schuster, Herbert Hannes Eder, Dipl.-Ing. (FH) Johann Detterbeck, Werner Pauli, Maximilian Gigl, Bernhard Friedl und Klaus Schuster. (Foto: Landratsamt Freyung-Grafenau)Klimaschutzmanagerin Verena Bauer mit den Energieberatern (v. l.) Walter Schuhmann, Max Baar, Heinrich Schuster, Herbert Hannes Eder, Dipl.-Ing. (FH) Johann Detterbeck, Werner Pauli, Maximilian Gigl, Bernhard Friedl und Klaus Schuster. (Foto: Landratsamt Freyung-Grafenau)

Seit 2009 unterstützt der Landkreis Freyung-Grafenau sanierungswillige Bürger mit einem 50-Euro-Gutschein für Energieerstberatungen. Damit soll der erste Grundstein für ein energieeffizienteres Zuhause gelegt werden.

FREYUNG-GRAFENAU Elf Energieberater aus dem Landkreis Freyung-Grafenau stehen unter Vertrag, diese Energieberatungen durchzuführen. Um einen hohen Standard gewährleisten zu können, hat Klimaschutzmanagerin Verena Bauer die Energieberater erneut zur jährlichen Schulung ins Landratsamt eingeladen.

Nach der Begrüßung und den Erläuterungen zum Energieberatungsprogramm durch Verena Bauer übernahm der Energieberater Heinrich Schuster den zweiten Teil. Thema der Schulung waren in diesem Jahr die aktuellen Förderprogramme, die für energetische Sanierungen oder energieeffiziente Neubauprojekte derzeit zur Verfügung stehen. Unter anderem das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, kurz BAFA, die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und der Freistaat Bayern legen regelmäßig neue Förderprogramme auf. Darüber den Überblick zu behalten und das richtige Programm für sein Vorhaben auszuwählen, bzw. verschiedene Förderungen gewinnbringend zu kombinieren, ist für den Laien nur schwer zu meistern, weiß die Klimaschutzmanagerin. Deshalb sei es umso wichtiger, die Energieberater dabei auf den aktuellen Stand zu halten, sodass sie die Bürger bei ihren Projekten gezielt unterstützen können.

Die meisten finanziellen Anreize schafft der Staat im Bereich des Sanierens im Bestand. Die KfW bietet dabei verschiedene Kreditmodelle, wie Programm 151 und 152 und auch Investitionszuschüsse (430) an. Bei letzterem sind bis zu 30.000 Euro je Wohneinheit abrufbar. Dabei kann ein Bestandsgebäude zu einem „KfW-Effizienzhaus“ umgebaut werden.

Alternativ können auch nur Einzelmaßnahmen, wie Dämmen, Austausch von Fenstern und Türen, Optimierung der Heizungsanlage oder Einbau einer Lüftungsanlage durchgeführt werden. Der Investitionszuschuss bei Einzelmaßnahmen beträgt zehn Prozent der förderfähigen Kosten, bei Kombination von Heizungs- oder Lüftungsmaßnahmen erhöht er sich sogar auf 15 Prozent. Darüber hinaus werden auch Baunebenkosten, Wiederherstellungskosten, sowie Beratungs-, Planungs- und Baubegleitungsleistungen gefördert. Zudem bietet auch das BAFA eine Vielzahl von Förderprogrammen für Bestandsgebäude an. Sehr interessant ist dabei die Richtlinie über die Förderung der Heizungsoptimierung durch hocheffiziente Pumpen und hydraulischen Abgleich. 30 Prozent der Nettoinvestitionskosten werden vom BAFA beim Tausch von Heizungs- oder Warmwasserzirkulationspumpen übernommen.

Bei der Energieberaterschulung im Landratsamt FreyungGrafenau wurde auch über das Thema des hydraulischen Abgleichs diskutiert. Davon spricht man, wenn die Heizkörper eines Gebäudes so eingestellt werden, dass sie die gleiche Menge an Wärme abgeben können und dadurch die gesamte Heizanlage effizienter betrieben werden kann. In der Runde der Energieberater kam man zu dem Schluss, dass die Durchführung eines hydraulischen Abgleichs in den meisten Gebäuden sehr sinnvoll ist und dadurch große Energieeinsparungen erzielt werden können.

Als weiterer Fördergeber tritt der Freistaat Bayern in Erscheinung. Über das Zehntausend-Häuser-Programm können bis zu 9.000 Euro für eine neue Pelletanlage, Holzheizung, Wärmepumpe oder Photovoltaikanlage beantragt werden. Ein Programm das oft unterschätzt wird ist das „Altersgerecht sanieren“ der KfW. Hiervon können auch junge Bauwillige profitieren. Unter bestimmten Voraussetzungen fällt darunter neben dem Verbreitern von Wegen und Türen auch das Errichten eines Anbaus oder eines Stellplatzes vor dem Haus.

Am Ende seines Vortrages verdeutlichte Heinrich Schuster an einem Beispiel noch einmal, welchen monetären Benefit man erzielen kann, wenn man die Förderprogramme optimal kombiniert. In dem von ihm erstellten Konzept für ein Zweifamilienhaus wurden KfW-Programme zum energieeffizienten Sanieren und zur Baubegleitung mit verschiedene Programme des BAFA verknüpft, sodass am Ende ein Zuschuss von knapp 100.000 Euro für die Investoren herauskam. Über diese Summe staunten auch die Energieberater in der Schulung nicht schlecht.

„Statistisch gesehen gibt es knapp 8.000 stark sanierungsbedürftige Häuser bei uns im Landkreis und es ist wichtig, dass man die Bürger auf ihre Möglichkeiten aufmerksam macht“, erklärt Klimaschutzmanagerin Verena Bauer abschließend. „Rund ein Viertel des deutschen Energieverbrauchs entfällt auf die Privathaushalte und davon ist der größte Teil in den Gebäuden begründet. Aus diesem Grund ist es so wichtig, sie energetisch zu sanieren, sodass der Energieverbrauch und dadurch die CO2-Emissionen reduziert werden. Darüber freut sich am Ende nicht nur das Klima, sondern auch der Gelbeutel jedes Immobilienbesitzers.“

Weitere Informationen zum Energieerstberatungsprogramm und möglichen Förderungen finden Sie auf der Homepage (www.freyung-grafenau.de/fördermöglichkeiten) des Landkreises Freyung-Grafenau.


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