16.05.2018, 14:00 Uhr

Baumfrevel in Eging Grünen-Kreisrat will Eginger „Hindenburg-Eiche“ retten

Grünen-Kreisrat Anton Schuberl vor der mächtigen Hindenburg-Eiche, die der Motorsäge zum Opfer fallen soll. (Foto: Stefan Brandl)Grünen-Kreisrat Anton Schuberl vor der mächtigen Hindenburg-Eiche, die der Motorsäge zum Opfer fallen soll. (Foto: Stefan Brandl)

80 Jahre alter Baum soll gefällt werden, weil er Arbeit macht

EGING A. SEE Sie steht dort seit 80 Jahren vis-a-vis vom Eginger Rathaus, gehört zu den Natur-Wahrzeichen des Luftkurortes. Doch jetzt soll die ehrwürdige, 30 Meter hohe Hindenburg-Eiche gefällt werden – weil man wegen ihrem Wurzelwerk dreimal im Jahr den Kanal reinigen muss! „Unfassbar!“, findet Grünen-Kreisrat und Herausgeber der „Eginger Jahrbücher“ Anton Schuberl. Er bittet Egings Bürgermeister Walter Bauer und den Gemeinderat eindringlich, „die Eiche zu verschonen.“

Die schlanke Stieleiche am Unteren Markt vor dem RaiBa-Gebäude wurde in den 1930er Jahren als Hindenburg-Eiche zu Ehren des damaligen NS-Reichspräsidenten Paul von Hindenburg gepflanzt. Ihr Pendant dazu, die Hitler-Eiche, lebte hingegen nicht allzu lange, sie wurde bereits zum Ende des 2. Weltkriegs gefällt.

Die Hindenburg-Eiche jedoch wuchs in den Jahrzehnten zu einem prächtigen und schönen Baum heran, der heute den gesamten Bereich vor dem Rathaus verschönert. Aber nicht mehr lange, wenn es nach Bürgermeister Walter Bauer geht. Der hat jetzt im Gemeinderat angekündigt, dass die Stieleiche gefällt werden müsse, weil sie aufgrund ihrer Höhe bei Sturm gefährlich werden könnte. Außerdem beeinträchtige ihr Wurzelwerk die Kanalisation enorm. Die Feuerwehr soll daher nun im Rahmen einer Übung den Baum umlegen.

Für Kreisrat Anton Schuberl eine Schande. Der Grüne will die Hindenburg-Eiche retten: „Die Hindenburg-Eiche hat auch eine historische Bedeutung, wenn auch keine positive. Sie gehört jedoch zu Eging und prägt das Ortsbild. Auch die Rettung von Bäumen gehört zum Schutz unserer Heimat.“

Laut Schuberl wäre zu überlegen, ob man nicht die Spitze des Baumes abnehmen könnte. Dadurch würde die Höhe und damit auch das Sturmrisiko erheblich minimiert. „Die schlanke Wuchsart dieses Baumes lässt das Abschneiden der Spitze auch optisch zu“, meint Schuberl.

Gleich überhaupt nicht als Fäll-Argument lässt der Kreisrat die jährlich dreimalige Kanalreinigung gelten. „Das rechtfertigt die Entfernung solch eines Baumes nicht, der meines Erachtens wert wäre, als Naturdenkmal geschützt zu sein“, sagt Schuberl. Und er entrüstet sich: „Man kann doch nicht einen gesunden, großen Baum fällen, nur weil er Arbeit macht!“

In einem Brandbrief bittet Schuberl daher Bürgermeister Bauer, die Hindenburg-Eiche zu erhalten. Sein Appell an den Marktchef und seinen Marktrat: „In Eging sind viel zu wenig große Bäume im Ortskern. Bitte bewahrt die letzten, die es noch gibt, vor der Motorsäge.“


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