12.04.2018, 16:24 Uhr

Jahresbericht der Bauverwaltung „Definitiv gibt es in unserer Stadt Bedarf für sozialen Wohnungsbau!“

(Foto: 123rf.com)(Foto: 123rf.com)

In seiner heutigen Sitzung des Ausschusses für Bauen und Liegenschaften gibt die städtische Bauverwaltung einen Überblick über die Aufgaben und Tätigkeiten im vergangenen Jahr 2017.

PASSAU Die Bauverwaltung ist für Abgaben, Förderungen und für die Überprüfung öffentlich geförderter Mietwohnungen (sog. Sozialwohnungen) sowie für die entsprechende Vergabe der Wohnberechtigungsbescheinigung zuständig. Daher wird unter anderem auch über die Entwicklung des sozialen Wohnungsbaus berichtet.

Oberbürgermeister Jürgen Dupper: „Definitiv gibt es in unserer Stadt Bedarf für sozialen Wohnungsbau. Deswegen engagiert sich ja auch die stadteigene WGP in den letzten Jahren wieder vermehrt in diesem Bereich. Außerdem werden in künftigen Baugebieten die Aspekte ‚kostengünstiger Mietwohnungsbau mit Sozialanteil‘ (Sozialer Wohnungsbau) und ‚kostengünstiges Bauland für Ein- und Zweifamilienhäuser für junge Familien‘ Berücksichtigung finden, um das Angebot an bezahlbarem Wohnraum in unserer Stadt weiter auszubauen. Die Bauverwaltung unterstützt die Bürgerinnen und Bürger insbesondere mit dem Zuschuss an junge Familien zum Bau oder Erwerb von eigengenutzten Familienheimen sowie mit der Überprüfung öffentlich geförderter Mietwohnungen dabei, geeigneten Wohnraum zu erhalten.“

Der Bestand an Sozialwohnungen ist seit Jahren rückläufig. So hat sich die Zahl von 2005: 1546 Wohnungen auf 2015: 949 reduziert. Die Wohnungen bestehen zwar nach wie vor, sind aber aus der Sozialbindung gefallen. Die Stadt engagiert sich deshalb über die städtische Tochter WGPmbH seit Jahren verstärkt für die Schaffung von mietpreisgünstigem Wohnraum. Die strategische Neuausrichtung der WGP wurde 2008 auf den Weg gebracht. Die WGP hat 1671 mietpreisgünstige Wohnungen mit einer Durchschnittsmiete von 4,46 {*e}/m² im Bestand, 318 davon sind Sozialwohnungen. Derzeit wird ein Vorhaben in Grubweg am Schneckenberg realisiert mit weiteren 17 sozialen Wohnungen. 15 Wohnungen werden barrierearm und seniorenfreundlich, zwei Wohnungen rollstuhltauglich ausgestaltet. Die Gesamtkosten belaufen sich auf etwa 3,6 Millionen Euro.

Auch mit der Wohnungsgenossenschaft Passau und auch der Postbaugenossenschaft vor Ort bestehen leistungsfähige Partner. Die Wohnungsgenossenschaft beispielsweise baut in der Nibelungenstraße gerade 30 bis 35 neue Sozialwohnungen.

Im Jahr 2017 wurden 91 Wohnberechtigungsbescheinigungen erteilt. Im Jahr 2007 waren es noch 128. Die Nachfrage nach Sozialwohnungen ist von 2016 auf 2017 um 16,5 Prozent zurückgegangen.

Außerdem schreibt die Stadt in neu entstehenden Baugebieten einen Anteil an sozialem oder mietpreisgünstigem Wohnungsbau vor, um das Angebot an bezahlbarem Wohnraum in Passau weiter auszubauen. Dieses Instrument der Einflussnahme wurde so verfeinert, dass inzwischen eine Quote von 15 bis 20 Prozent sozialer Wohnungsbau oder bezahlbarer Wohnraum festgesetzt wird. Aktuelle Beispiele sind ein große Bebauungsplan in Grubweg, der Bebauungsplan an der Auerspergstraße oder auch der Bebauungsplan Thann.

Aus dem Förderprogramm der Stadt Passau für junge Familien wurden im Jahr 2017 insgesamt 90.000 Euro bewilligt, aus dem Bayerischen Wohnungsbauprogramm insgesamt 81.900 Euro.

Zu den Abgaben berichtet die Bauverwaltung, dass im Jahr 2017 rund 274.000 Euro aus Kanalherstellungsbeiträgen eingenommen wurde. Im Rahmen der Erschließungsbeitragssatzung mussten insgesamt rund 550.000 Euro umgelegt werden. Auf der Grundlage von Städtebaulichen Verträgen bzw. Erschließungsverträgen konnte die Stadt Passau über 10 Millionen Euro für die erforderlichen Erschließungsmaßnahmen einnehmen.


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