29.03.2018, 19:13 Uhr

Roos verteidigt Siemens-Betriebsrat Schlechte Konditionen Grund für Scheitern der Siemens-Teilrettung

(Foto: 123rf.com)(Foto: 123rf.com)

Vor etwa zwei Jahren wurde bekannt, dass Siemens am Standort Ruhstorf an der Rott etwa die Hälfte der Stellen streichen will.

PASSAU Seither kämpfen Betriebsrat und Gewerkschaft um den Erhalt der Arbeitsplätze und die Zukunft der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Nun steht der Betriebsrat in der Kritik, zum völligen Unverständnis des SPD-Landtagsabgeordneten und IG Metaller Bernhard Roos: „Wer die Auseinandersetzungen und Verhandlungen der vergangenen zwei Jahre verfolgt hat, müsste wissen, dass sich der Betriebsrat um die Sorgen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer annimmt und nicht zu unüberlegten Handlungen drängt.“

Die Maschinenbau-Firma MN Maschinenbau Niederwürschnitz GmbH & Co. KG wollte langfristig 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter übernehmen, um mit ihnen in Halle 2 in Ruhstorf zu produzieren. Einem Presseartikel der Am Sonntag vom 25. März 2018 zu Folge soll der Betriebsrat ein „Machtspielchen“ ausgetragen und so die Verhandlungen zum Scheitern gebracht haben. „Völliger Mumpitz!“, meint Roos und bekräftigt damit die Aussage von Betriebsratsvorsitzender Elke Malcher. „Es fehlte das Vertrauen zwischen dem Investor und den Mitarbeitern. Zudem hat das Unternehmen in Zeiten des Fachkräftemangels zu schlechte Konditionen geboten.“, so Roos. „Betriebsrat und IG Metall wollen die Zukunft der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sichern. Das geht aber nur, wenn die Bedingungen von vorne herein stimmen.“ Unter diesen Voraussetzungen falle es Roos schwer, den Investor als barmherzigen Samariter anzusehen. „Es ist immer leicht, die Verantwortung auf den Betriebsrat abzustellen. Aber dieser ist nicht für das Handeln Einzelner verantwortlich. Die Arbeitnehmer haben gute Gründe, das Angebot des Unternehmens nicht anzunehmen.“, argumentiert der Abgeordnete weiter.

MdL Roos lobt die hervorragende Arbeit des Betriebsrats mit Elke Malcher und der SPD vor Ort mit Erika Graml und kritisiert erneut die Entscheidung von Konzernchef Joe Kaeser scharf: „Das Ölgeschäft und mit ihm die explosionsgeschützten E-Motoren von Ruhstorf ziehen an. Die Halbierung des Standortes ist nicht nur deshalb völlig daneben!“


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