22.12.2017, 09:55 Uhr

Wunschzettel Mehr Geld für den ÖPNV, Herr Minister!


CSU-Kreisvorsitzender Raimund Kneidinger fordert vom Freistaat deutliche Erhöhung der Mittel.

PASSAU Damit der öffentliche Personennahverkehr einigermaßen funktioniert, lässt sich der Landkreis Passau die Busflotte einiges kosten. Bei insgesamt 1,55 Mio. Euro liegt der Anteil des Landkreises an den Gesamtausgaben des ÖPNV (ohne Schülerbeförderung). Gegen diesen Kraftakt nehmen sich die 830.000 Euro, die der Freistaat Bayern dazu beisteuert, eher bescheiden aus. Und noch dazu: Im Vergleich zum Vorjahr ist die staatliche Fördersumme niederbayernweit sogar noch einmal gesunken! Das soll anders werden: Mehr finanzielles Engagement für den ÖPNV auf dem flachen Land fordert jetzt der CSU-Kreisvorsitzende Passau-Land und Vize-Landrat Raimund Kneidinger ein. Und dazu hat er einen entsprechenden Wunschzettel an Innenminister Joachim Herrmann geschrieben.

Der Landkreis Passau mit seinen 38 Gemeinden und rund 190.000 Einwohnern gilt flächenmäßig als drittgrößter Landkreis Bayerns. Oberzentrum ist die kreisfreie Stadt Passau, die in der Mitte des Landkreises liegt. Um im Landkreis einen flächendeckenden, funktionierenden öffentlichen Personennahverkehr zu ermöglichen, ist ein logistischer und finanzieller Kraftakt notwendig. In diesem Gebiet gibt es ca. 1.300 Haltestellen und 4,96 Mio. Buskilometer, die zurückgelegt werden. Im Jahr 2016 waren es 7,7 Mio. Fahrgäste, die befördert wurden. An Schultagen sind es ca. 30.000 Menschen, die befördert werden, davon 20.000 Personen allein in Verbindung zur Stadt Passau. Es gilt täglich 9.000 Schüler zeitgerecht an 54 verschiedene Schulstandorte zu befördern.

Das kostet eine Menge Geld – über neun Mio. Euro im Jahr. Davon entfallen auf den ÖPNV rund 2,38 Mio, auf die Schülerbeförderung 6,44 Mio. Euro. Der Landkreis Passau steuert dazu insgesamt 3,82 Mio. Euro bei. „Ein finanzieller Kraftakt des Landkreises, um den öffentlichen Personennahverkehr möglichst flächendeckend zu stärken“, sagt CSU-Kreisvorsitzender Passau-Land und Vize-Landrat Raimund Kneidinger. Um eine weitere Verbesserung des ÖPNV im ländlichen Raum zu erreichen, sei laut Kneidinger eine deutliche Erhöhung der Mittel notwendig. Kneidinger: „Dringend erforderlich wären zusätzliche Mittel, um speziell zu den Hauptverkehrszeiten, den Fahrplan weiter zu verdichten und dadurch den Busverkehr für Schüler und Berufstätige attraktiver zu gestalten.“

Der CSU-Kreisvorsitzende hat daher nun einen Wunschzettel an den dafür zuständigen Bayerischen Innenminister Joachim Herrmann geschickt: „Wir brauchen dringend eine Aufstockung der Mittel für die ländlichen Gebiete oder eine Veränderung des Verteilungsschlüssels beim ÖPNV zugunsten des ländlichen Raums!“, fordert Kneidinger vom Freistaat. „In unseren Ballungszentren München und Nürnberg mit den immensen Fahrgastzahlen lässt sich leicht ein attraktives Angebot mit niedrigsten Taktfrequenzen bieten. Wir sprechen aber immer davon, dass wir gleichwertige Lebensverhältnisse in ganz Bayern erreichen wollen und brauchen deshalb dringend eine Erhöhung der ÖPNV-Mittel für die ländlichen Regionen in Bayern!“


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