12.12.2017, 17:26 Uhr

MdL Roos: „Es ist inakzeptabel“ Bayerische Finanzämter sind urlaubsreif!

Die Ämter im Regierungsbezirk Niederbayern haben insgesamt 14.471 Urlaubstage offen.  (Foto: 123rf.com)Die Ämter im Regierungsbezirk Niederbayern haben insgesamt 14.471 Urlaubstage offen.  (Foto: 123rf.com)

Die Finanzämter in Bayern sind völlig überlastet. Das hat die Antwort des Finanzministeriums auf eine SPD-Anfrage der Landtagsvizepräsidentin Inge Aures ergeben.

BAYERN Insgesamt 140.205 Tage, also 384 Jahre Urlaub würden demnach den bayerischen Finanzbeamten theoretisch noch zur Verfügung stehen.

„Das steht in keinem Verhältnis zu den Anforderungen, die an die Beamtinnen und Beamten gestellt werden.“, äußert sich MdL Bernhard Roos dazu. „Steuersünden wie in beispielsweise Panama oder Paradise Papers aufdecken und zeitgleich Steuererklärungen bearbeiten – dazu reicht das Personal nicht mehr aus. Die Staatsregierung muss hier nachbessern und das Personal aufstocken!“, findet der SPD-Politiker.

Die Finanzämter in seinem Betreuungsgebiet sind ebenso von der Überlastung betroffen. So betrug der Urlaubsstand Ende 2016 im Finanzamt Passau mit Außenstellen Vilshofen und Bad Griesbach 2.801 Tage, im Finanzamt Eggenfelden 1.235 Tage und im Finanzamt Grafenau 249 Tage. Die Ämter im Regierungsbezirk Niederbayern haben insgesamt 14.471 Urlaubstage offen.

„Es ist inakzeptabel“, so der Abgeordnete in Anlehnung an die Kritik des ehemaligen Finanzamtschefs Manfred Ziga gegenüber Finanzstaatssekretär Albert Füracker (vgl. Bericht aus der Am Sonntag vom 3. Dezember 2017), „das Engagement der Finanzbeamtinnen und –beamten nicht zu würdigen und von Veranstaltungen fernzubleiben, die durch gezielte Information bereits Entlastung bringen können.“ Schließlich bleibe für die Bürgerinnen und Bürger die Welt nicht stehen, solange keine Regierungskoalition gebildet wurde.

Gegenüber dem Vorjahr sind die freien Tage der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Finanzämtern noch weiter angestiegen - 2015 waren es in Bayern noch 4.770 aufgehäufte Tage weniger. Die Situation werde sich zunehmend verschärfen, mahnt Roos abschließend. Denn bis 2020 werden im Freistaat insgesamt 1.809 Finanzbeamtinnen und Finanzbeamte in den Ruhestand gehen.


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